Corona und Home-Office: Fehlende Digitalisierung ist ein Problem

20. März 2020 um 09:16 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Social Distancing und Home-Office sind in Zeiten der Corona-Krise das Gebot der Stunde. Allerdings zeigt sich, dass viele Firmen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie nicht darauf eingestellt sind, dass ihre Büroangestellten auch von zu Hause uneingeschränkt arbeiten können. Sie müssen daher weiter ins Büro fahren.

„Es ist an der Zeit, dass diese Unternehmen umdenken“, sagt Michael Gütlich, CEO und IT-Experte der Dedere Deutschland GmbH. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Zugriff auf die nötigen Informationen und die Erreichbarkeit zu gewährleisten. Klassischerweise können Telefonnummern per Voiceover-IP auf die Mobiltelefone der Mitarbeiter umgeschaltet werden. Zugang zum Warenwirtschaftssystem erhalten sie, indem das Unternehmen einen VPN-Zugang ins Firmennetz bereitstellt. Immer beliebter werden auch Cloud-basierte Anwendungen, wie Beispielsweise von Microsoft, die auch gleich ihre eigenen Sicherheitsstandards mitbringen, um ihre Daten zu schützen.“ Diese Schritte in Richtung Digitalisierung lassen sich allerdings nicht von heute auf morgen umsetzen, da die Kapazitäten der Dienstleister beschränkt sind sind. Auch die Schulung im Umgang mit der neuen Technik bedarf Zeit.

„Bis dahin können Online-Handelsplattformen diesen Unternehmen ohne ausreichende digitale Infrastruktur unterstützend zur Seite stehen.“ 

Das ist aber nur ein Hindernis in der schnellen Umsetzung des lückenlosen Home-Office. Oft scheitert es auch an der nötigen Ausstattung und einer instabilen Internetverbindung. Um Kapazitäten für den erhöhten Internettraffic durch Home-Office und Heimunterricht freizumachen, hat der Streaming-Anbieter Netflix, auf Drängen von EU-Industriekommissar Thierry Breton, die Übertragungsrate in Europa um ein Viertel gedrosselt.

Unternehmen im Gesundheitswesen wie Krankenhäuser und Krankenkassen, die mit sensiblen Patientendaten hantieren, haben dagegen kaum Möglichkeit, ihren Büroangestellten von externen Rechnern Zugang zu gewähren. 

„Zur Eindämmung des Virus ist es wichtig, dass Mensch-Mensch-Kontakte minimiert werden wo es möglich ist, nicht nur im sozialen Bereich“, so Gütlich abschließend. „Wir müssen vorerst in vielen Ländern mit Ausgangssperren rechnen. Auch unnötige Arbeitswege müssen dann vermieden werden, um die Infektionskurve flach zu halten.“

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