China: Zwischenstopp im „Quarantäne-Hotel“

21. April 2020 um 08:21 , Der AUDITOR
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PEKING. Nach Wochen der auferlegten Quarantäne werden die Ausgangsbeschränkungen in chinesischen Städten schrittweise gelockert. Weiter als bis vor die eigene Haustür oder den Garten möchten aber die wenigsten. Mundus Agri hat sich mit Handelspartnern über den Alltag vor Ort unterhalten.

Nach eigenen Angaben verzeichnet China täglich nur noch wenige Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Ein Großteil der aktuellen Fälle ist auf zurückreisende chinesische Staatsbürger zurückzuführen, wobei Heilongjiang, die Grenzprovinz zu Russland, besonders stark betroffen ist. 

Nach wie vor müssen sich Auslandsreisende nach ihrer Heimkehr für 14 Tage in Quarantäne begeben. Statt wie in anderen Ländern direkt nach Hause, geht es für viele dann in sogenannte „Quarantäne-Hotels“. Auf eigene Kosten müssen die Reisenden dort zwei Wochen bleiben und werden vom Hotelpersonal mit Lebensmitteln versorgt. Für die Reinigung der Unterkunft sind sie in dieser Zeit selbst verantwortlich. Inlandsreisen sind zwar grundsätzlich möglich, aber auch hier gilt bei einer provinzübergreifenden Reise die Quarantäneregel. 

Allgemein gilt in der Öffentlichkeit das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung als Pflicht. Orte wie Kinos und Schulen sind weiterhin geschlossen, wobei bei Letzteren die Möglichkeit besteht die Einrichtungen im Laufe des kommenden Monats wieder zu öffnen.

Beim Betreten von Geschäften, Einkaufszentren, U-Bahnen, Bahnhöfen etc. wird zudem die Körpertemperatur gemessen, wobei man in Wuhan Berichten zufolge noch einen Schritt weitergeht. Hier muss man sich vor Betreten eines öffentlichen Gebäudes per Tracking-App registrieren, und bekommt dann Einlass erteilt oder wird abgelehnt. Restaurants sind ebenfalls geöffnet, allerdings darf jeweils nur eine Person am Tisch sitzen – das gilt auch, wenn man zusammen essen gehen möchte. 

Viele nehmen diese Angebote jedoch nicht wahr. Aus Angst vor einer Infektion ziehen sie es vor, zu Hause zu bleiben, Essen zu bestellen oder maximal in den Supermarkt zu gehen.   

Die stark gebeutelte chinesische Industrie reagiert auf die aktuellen Umstände und viele Unternehmen haben ihre Produktion auf die Herstellung von Einweg-Mundschutzen umgestellt oder um diese erweitert.

Lebensmittelexporteure bieten dagegen oftmals keine Ware, darunter auch Kürbiskerne, an oder verlangen Vorkasse, bevor sie die Ware produzieren. Zu groß ist ihre Angst, dass die Ware aufgrund von Restriktionen doch nicht abgenommen werden kann. Auf der anderen Seite gestaltet sich die Rohwarenbeschaffung, z.B. bei Pinienkernen aus Russland, nach wie vor schwierig. 

„Wenn sich die Epidemie weiter ausbreitet und eskaliert, werden sich die Auswirkungen auf den internationalen Lebensmittelhandel und die internationale Lebensmittelproduktion definitiv verschlimmern und könnten eine neue Runde von Lebensmittelkrisen auslösen“, sagte Yu Kangzhen, Chinas stellvertretender Landwirtschaftsminister, heute während einer Videokonferenz über die Aussichten der Landwirtschaft des Landes. Gleichzeitig schloss Landwirtschaftsminister Han Changfu eine Nahrungsmittelknappheit in China aus. Das Land sei in der Lage, die Versorgung mit Getreide und anderen wichtigen Agrarprodukten zu sichern.

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