Kostenfrei

Chiasaat: Ernteschäden in Südamerika

15. Oktober 2025 um 15:06 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

BUENOS AIRES/NEU-DELHI. Ernteschäden in Südamerika zwingen Abnehmer dazu sich nach alternativen Anbauländern umzusehen. Indien scheint hier die logische Wahl zu sein.

Steigende Preise drücken Nachfrage

Ungünstige Wetterverhältnisse wie Frost sorgten in diesem Jahr für einen deutlichen Rückgang der Chiaernten in Südamerika. Wie die Experten von Chelmer Foods in ihrem aktuellen Bericht mitteilten, waren signifikante Ernteschäden die Folge, weshalb die Preise deutlich zulegten. Entsprechend hat die Nachfrage nach Chiasaat aus südamerikanischen Ländern nachgelassen und viele Käufer sehen sich nach Ware aus altarnativen Ursprüngen um. 

Käufer blicken nach Indien

Neben Argentinien, Peru und Bolivien wird Chia vor allem in Indien angebaut. Um ihren Bedarf für das Jahr 2026 zu decken, wenden sich daher zahlreiche Händler und Verarbeiter an Lieferanten aus dem südasiatischen Land. Allerdings müssen Käufer beachten, dass Chiasaat aus Indien gegebenenfalls einen höheren Ascheanteil aufweisen kann. Dies könnte bei Importe in Länder mit strengen Richtlinien für die Lebensmittelsicherheit ein Problem darstellen.

Als Reaktion auf diese Bedenken haben einige indische Abpackbetriebe begonnen, Chiasamen mit garantiert niedrigerem Aschegehalt anzubieten. Laut Chelmer Foods scheint dies eine strategische Maßnahme zu sein, um Käufer aus reglementierten Märkten anzulocken und indischen Chia als praktikable Alternative angesichts der Versorgungsprobleme in Südamerika zu etablieren. 

Neue Ernte ab Ende Oktober in Europa

Ende Oktober sollen die ersten Lieferungen aus der 2025er Chiaernte aus Südamerika in den europäischen Häfen eintreffen. Wie Chelmer Foods berichtet hätten allerdings nur wenige Lieferanten die Terminkontrakte eingehalten. Das Angebot bleibt daher voraussichtlich knapp und eine Entspannung der Marktsituation lässt auf sich warten.

Indische Chiasaat wird je nach Qualität und Anbieter auf einem Niveau von 2.750-3.030 USD/mt FOB Indien gehandelt. Konventionelle schwarze Chiasaat aus Südamerika notiert dagegen bei 3.100 USD/mt FOB und Bio-Chia aus Argentinien ist für 3.700 USD/mt FOB zu haben. Im Juli 2025 lagen die Angebote für schwarze Chiasaat in EU-Qualität aus der diesjährigen Ernte noch bei 2.650 USD/mt FOB Buenos Aires. 

Chiasaat, Ernte 2025

Ursprung, FOB

USD/mt

sortex gereinigt, Indien

2.750-3.030

Argentinien/Paraguay, schwarz, konventionell, 99,95%

3.100

Argentinien, schwarz, bio, 99,95%

3.700

Quelle: Handel; Preisindikationen

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
aktuelle Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.01.2026
CHICAGO/HAMBURG. China dürfte bei Soja auf preiswertere Offerten aus Brasilien umschwenken. Trump-Regierung droht EU mit neuen Zöllen wegen Grönland. Neue Kältewelle in den USA und Osteuropa erwartet. China kauft 60.000 mt kanadischen Canola.
Nüsse
19.01.2026
NEU-DELHI/ATLANTA. In Indien könnten sich einige Faktoren in den kommenden Wochen als belastend für die Erdnusspreise herausstellen. Die USDA-Schätzungen für die US-Ernte bleiben indes stabil. Die Nachfrage lässt indes zu wünschen übrig.
Ölsaaten
15.01.2026
CHICAGO/HAMBURG. Exportgeschäft nach China stützt US-Sojakurse. Aber Brasiliens Sojaernte läuft an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reist nach Südamerika zur Unterzeichnung des Mercosur-Handelsabkommen. Kanadas Premierminister verhandelt mit China.
Ölsaaten
15.01.2026
OTTAWA/ASTANA. Seit Jahresbeginn entfallen rund 50% Einfuhrzoll auf die Importe russischer Leinsaat in die EU. Die anfängliche Hoffnung kanadischer Lieferanten ihre Exporte in die EU deshalb erhöhen zu können haben sich vorerst allerdings in Luft aufgelöst.