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Cashews: Vietnams Verarbeiter in der Bredouille

4. November 2025 um 16:50 , Der AUDITOR
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HANOI/BRÜSSEL. Die Importpreise für rohe Cashewnüsse steigen deutlich schneller als die Exportpreise für Cashewkerne, was die Verarbeiter in Vietnam vor erhebliche Probleme stellt. Die Elfenbeinküste hat ihre Lieferungen in die EU um fast ein Drittel gesteigert.

Bis hin zur Insolvenz

In ihrem jüngsten Bericht weist die Vietnam Cashew Association (Vinacas) auf die Schwierigkeiten hin, mit denen die vietnamesische Cashewindustrie sowohl bei den Im- als auch bei den Exporten konfrontiert ist. Bei der kürzlich in Hanoi ausgerichteten Internationalen Cashewkonferenz kam unter anderem die unterschiedliche Preisentwicklung zur Sprache, mit denen die Exporteure konfrontiert sind. 80% der weltweit exportierten Cashewkerne kommen aus Vietnam, das Problem ist allerdings, dass die Rohwarenpreise für importierte Ware schneller steigen als die Exportpreise für Cashewkerne. Viele Verarbeitungsbetriebe haben deshalb bereits große Verluste erlitten, einige mussten sogar Insolvenz anmelden.

Auch der US-Markt bereitet den Anbietern weiterhin Kopfzerbrechen. Aufgrund der von Trump eingeführten Zölle können die Preise für vietnamesische Cashews nicht angemessen erhöht werden, da die Lieferanten Sorge haben, dass die amerikanischen Verbraucher sich dann abwenden. So kann allerdings kein Gewinn erzielt werden, was auf Dauer nicht tragbar sein wird. Spätestens im neuen Jahr dürfte es also dennoch zu Preissteigerungen auf dem US-Markt kommen.

Afrika will selbst verarbeiten

Vietnam benötigt derzeit jährlich gut 3,5 Mio. mt rohe Cashewnüsse für die Weiterverarbeitung. Da das Land selbst allerdings nur etwa 300.000 mt produziert, sind die Verarbeiter auf hohe Importe vor allem aus afrikanischen Ursprüngen angewiesen. Auch hier gibt es immer wieder Hürden, da viele Ursprungsländer mittlerweile Importverbote für Rohware verhängt haben, um die Verarbeitung im eigenen Land zu fördern und so den Wert zu steigern. Laut Vinacas haben diese Entscheidungen erhebliche Auswirkungen auf die Cashewverarbeitungsindustrie in Vietnam, denn sollte es zu einer Rohwarenknappheit oder zu hohen Importpreisen kommen, werden weitere Betriebe schließen müssen. Bisher werden nur etwa 15% der in Afrika geernteten Cashewnüsse vor Ort verarbeitet, die restlichen 85% werden als Rohware exportiert. Die Hauptabnehmer sind dabei Vietnam und Indien.

Deutschland steigert Importe deutlich

Die EU-Cashewimporte sind gegenüber dem Vorjahr um moderate 1,7% gestiegen. Im Zeitraum 01.01.-26.10.2025 wurden insgesamt 153.619 mt Cashews importiert, wobei Vietnam der mit Abstand wichtigste Lieferant ist. Auf Platz 2 folgt die Elfenbeinküste, die ihre Lieferungen in die EU um stattliche 32% steigern konnte. Indien hingegen muss einen Rückgang von 14,3% einstecken.

Der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU ist Deutschland, das seine Einfuhren im genannten Zeitraum um 23% auf 51.300 mt gesteigert hat. Es folgen die Niederlande (-13,8% auf 47.010 mt) und Spanien (+3,3% auf 14.570 mt). Der durchschnittliche Importpreis ist gegenüber dem Vorjahr um 18,4% gestiegen, sodass sich der gesamte Importwert bisher auf gut 987 Mio. EUR beläuft.

EU-Import Cashews in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Vietnam

108.129

109.775

1,5%

Elfenbeinküste

19.061

25.143

31,9%

Indien

8.050

6.898

-14,3%

Nigeria

2.198

2.551

16,1%

Brasilien

1.600

2.046

27,9%

Andere

12.074

7.206

-40,3%

Gesamt

151.112

153.619

1,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-26.10.

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