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Cashews: Sind die hohen Frachtkosten gerechtfertigt?

28. Juli 2021 um 16:10 , Der AUDITOR
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HANOI. Der Containermangel hat die Frachtpreise in den letzten Monaten massiv in die Höhe getrieben. In Vietnam gibt es nun erste Zweifel daran, dass Preiserhöhungen in diesem Maße gerechtfertigt sind.

Produzenten und Exporteure sind die Leidtragenden

Obwohl Vietnams Cashewexporte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 ein beeindruckendes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aufweisen konnten, müssen einige Unternehmen Verluste einstecken, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das Problem sind die massiv hohen Frachtkosten, die sich im Vergleich zum Vorjahr für Lieferungen nach Europa und in die USA um das Fünf- bis Zehnfache erhöht haben. Die Reedereien begründen das vorranging mit dem Containermangel, da kaum Leercontainer an den richtigen Stellen zur Verfügung stünden; laut der Vietnam Cashew Association (Vinacas) werden nun allerdings Stimmen laut, die diesen Grund nicht akzeptieren wollen.

Nach Angaben der Vietnam Maritime Administration des Ministry of Transport haben im Zeitraum Januar-Mai 2021 rund 23% mehr Container die südvietnamesischen Häfen passiert als im entsprechenden Zeitraum 2020, sodass auch ausreichend Leercontainer verfügbar sein sollten. Da auch die Ölpreise, die den größten Kostenfaktor für die Reedereien darstellen, zurzeit verhältnismäßig niedrig sind, kommt die Frage auf, ob Frachtkosten auf dem hohen Niveau, das sie mittlerweile erreicht haben, zu rechtfertigen sind. Fakt ist jedoch, dass es sich hierbei um ein globales Problem handelt, dass den Exporteuren aller Produkte bereits seit Monaten Kopfzerbrechen bereitet.

Erfreuliche Exportzahlen

Positives haben die Marktteilnehmer über die Auswirkungen des Freihandelsabkommens UK-Vietnam Free Trade Agreement (UKVFTA) zu berichten, das zu Beginn des Jahres in Kraft getreten war. Viele vietnamesische Agrarprodukte können seitdem importzollfrei nach Großbritannien eingeführt werden, was sich in sehr guten Exportzahlen niederschlägt. Im Jahr 2020 lieferte Vietnam 16.000 mt Cashewkerne im Wert von mehr als 92 Mio. USD in das Vereinigte Königreich, 2021 könnte das Exportvolumen weiter steigen. Am 15. Juli hatte das Vietnam Trade Office ein Seminar für vietnamesische Exporteure organisiert, bei dem der Schwerpunkt auf den Handelsbeziehungen mit Großbritannien lag. Eine weitere Konferenz zum Thema Agrarhandel wird derzeit vom British Trade Office für den 28. September vorbereitet.

Die Cashewpreise auf dem europäischen Spotmarkt halten sich zurzeit auf einem stabilen Niveau und unterliegen nur nominellen Schwankungen. Große Cashewstücke aus Vietnam werden aktuell mit 3,70 EUR/kg FCA Spanien gehandelt.

Preise Cashewkerne, Vietnam

Sorte

EUR/kg

Geröstet und gesalzen

7,10

White Splits

5,05

Große Stücke

3,70

WW320

6,90

WW240

7,45

FCA Spanien

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
allgemeine Preischarts

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