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Cashews: Ernte erzielt historisches Hoch

17. März 2026 um 16:09 , Der AUDITOR
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HANOI/REUS. In seinem aktuellen Bericht geht der INC von deiner neuen Rekordernte für Cashewkerne aus. Fast alle Produktionsländer können dabei zulegen. Die EU-Importe bleiben indes auf einem recht stabilen Niveau.

Fast 6,4 Mio. mt

Die globale Versorgung mit rohen Cashews zeigt sich in der Saison 2025/26 auf einem hohen Niveau. Nachdem die Lieferungen der Ernten der Nordhalbkugel bis Ende 2025 weitgehend abgeschlossen waren, wurden die Schätzungen nachträglich nach oben korrigiert. Auch die südliche Hemisphäre verzeichnet ein deutliches Wachstum: Die Produktion liegt rund 13% über dem Vorjahr, wobei Tansania mit einem Anstieg von über 18% eine führende Rolle einnimmt. In Brasilien hingegen fällt die Entwicklung uneinheitlich aus: Während die Ernte 2024/25 ein starkes Ergebnis lieferte, blieb die Produktion 2025/26 unerwartet schwach. Insgesamt erreicht die globale Ernte mit knapp 6,4 Mio. mt rohen Cashewnüssen ein historisches Hoch; das berichtet der International Nut and Dried Fruit Council (INC) in seinem jüngsten Bericht.

Für die Verarbeitung blieb die Rohwarenverfügbarkeit stabil. Die ostafrikanische Ernte traf Anfang 2026 in wichtigen Verarbeitungsmärkten wie Vietnam und Indien ein und dürfte den Bedarf im ersten Quartal decken, bis neue Lieferungen der Nordhalbkugel verfügbar sind. Laut Einschätzungen der African Cashew Alliance zeigt sich der Ausblick für die kommende Ernte der Nordhalbkugel insgesamt positiv. Wetterbedingte Störungen in Kambodscha hätten sich vor der Blüte normalisiert, während sich auch die zuvor durch frühe Regenfälle beeinträchtigten Bedingungen in Ghana stabilisiert haben.

Stabile Nachfrageentwicklung

Die Nachfrage nach rohen Cashewnüssen blieb im Jahr 2025 insgesamt fest. Treiber waren steigende Exporte von Cashewkernen aus Vietnam sowie ein höherer Konsum in Indien. Vietnam bezog Rohware weiterhin hauptsächlich aus Kambodscha und der Elfenbeinküste. Die vietnamesischen Cashewkernexporte lagen bis Ende 2025 rund 3% über dem Vorjahr, gestützt durch eine stärkere Nachfrage aus China, Westasien und der EU. In Indien belebte die Festival-Saison die Inlandsnachfrage. Europäische Käufer zeigten aufgrund eines stärkeren Euro verstärkt Interesse an Terminkäufen. In den USA führte die Abschaffung von Importzöllen auf rohe Cashewkerne zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Spotpreisen.

Zu Beginn des Jahres 2026 zeigte sich jedoch eine zurückhaltendere Einkaufsaktivität in den USA und der EU, da Marktteilnehmer auf mehr Klarheit über die neue Ernte warteten. In Asien schwächte sich die Nachfrage ab, insbesondere nach Abschluss der Einkäufe zum chinesischen Neujahrsfest. Demgegenüber blieben Japan und Südkorea aktiv und sicherten Mengen für den kurzfristigen Bedarf, wie der INC berichtet.

Produktion Cashews (Rohware) in mt

Land

2024/25

2025/26

Diff.

Elfenbeinküste

1.200.000

1.500.000

25,0%

Kambodscha

800.000

930.000

16,3%

Indien

615.000

725.000

17,9%

Tansania

425.000

500.000

17,6%

Nigeria

282.000

370.000

31,2%

Vietnam

340.000

320.000

-5,9%

Guinea-Bissau

240.000

300.000

25,0%

Benin

250.000

300.000

20,0%

Ghana

275.000

275.000

0,0%

Burkina Faso

145.000

250.000

72,4%

Guinea Conakry

145.000

200.000

37,9%

Togo

105.000

145.000

38,1%

Mosambik

140.000

140.000

0,0%

Brasilien

160.400

136.000

-15,2%

Indonesien

110.000

110.000

0,0%

Senegal

45.000

70.000

55,6%

Gambia

25.000

35.000

40,0%

Mali

2.000

5.000

150,0%

Kenia

5.000

5.000

0,0%

Andere

56.600

67.300

18,9%

Gesamt

5.366.000

6.383.300

19,0%

Quelle: INC, März 2026

EU-Importe leicht gestiegen

Die EU-Cashewimporte seit Jahresbeginn liegen mit 34.863 mt um 2,2% über denen des Vorjahres. Wichtigster Lieferant ist auch hier mit großem Abstand Vietnam, das sein Liefervolumen gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025 fast halten konnte, gefolgt von der Elfenbeinküste (+13,2%) und Indien (-8,4%). Größter Abnehmer innerhalb der EU ist Deutschland mit 14.740 mt, auf Platz 2 und 3 folgen die Niederlande und Italien mit 10.590 mt bzw. 2.830 mt. Der durchschnittliche Importpreis lag in diesem Jahr bisher bei 6,27 EUR/kg und damit um moderate 1,3% unter den 6,35 EUR/kg des Vorjahreszeitraums.

EU-Import Cashews in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Vietnam

24.214

24.169

-0,2%

Elfenbeinküste

6.122

6.931

13,2%

Indien

1.404

1.286

-8,4%

Benin

379

464

22,4%

Tansania

191

385

101,6%

Nigeria

393

359

-8,7%

Burkina Faso

241

323

34,0%

Brasilien

488

319

-34,6%

Mosambik

49

196

300,0%

Ghana

189

125

-33,9%

Andere

457

306

-33,0%

Gesamt

34.127

34.863

2,2%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-08.03.

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