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Cashews: Bessere Aussichten als im letzten Jahr

21. Januar 2026 um 11:43 , Der AUDITOR
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HANOI/DODOMA. Die Ernteaussichten auf der Südhalbkugel sind in diesem Jahr vielversprechend, während Vietnam einen neuen Exportrekord aufgestellt hat. Die EU-Cashewimporte sind im Jahresvergleich gestiegen.

Tansania und Mosambik rechnen mit größeren Ernten

Die Cashew-Saison der Südhalbkugel hat begonnen und die Ernteaussichten sind deutlich besser als im Vorjahr. In Tansania lag die Ernte im letzten Jahr bei rund 420.000 mt; für das Geschäftsjahr 2026 werden nun mehr als 500.000 mt erwartet. Auch in Mosambik wird mit einer höheren Produktion gerechnet, mit einem prognostizierten Zuwachs von etwa 15 % gegenüber dem Vorjahr, wie die Experten von ofi berichten.

Nachdem die Ernten der Nordhalbkugel vollständig an die Bestimmungsmärkte geliefert und weitgehend konsumiert wurden, bleibt die Nachfrage nach rohen Cashewnüssen (RCN) weiterhin robust. Diese anhaltende Nachfrage wird durch steigende Cashewkernexporte aus Vietnam sowie einen höheren Verbrauch in Indien im Vergleich zum Vorjahr unterstützt.

Preise in Indien leicht gestiegen

Die Verarbeitungsvolumina in Asien und Afrika zeigen sich stabil, wie ofi weiter berichtet. Die Aufhebung der US-Zölle auf rohe Cashewkerne hat die allgemeine Nachfrage spürbar verbessert und treibt die Spotpreise nach oben. Die vietnamesischen Exporte liegen seit Jahresbeginn merklich über dem Vorjahresniveau, getragen vor allem von Nachfrage aus China, dem Nahen Osten und der EU.

In den USA wurden in den vergangenen zwei Quartalen bewusst niedrige Lagerbestände gehalten, bedingt durch hohe Importkosten infolge der Zölle. Mit der Abschaffung der Gegenzölle kehren US-Käufer nun wieder aktiv in den Markt zurück, in Erwartung eines Wachstums des Inlandsverbrauchs durch die Zollbefreiung. In Indien war die Nachfrage nach Cashewkernen für den Inlandsmarkt während der Festivalsaison stark, was zu niedrigen RCN-Beständen führte und das Interesse indischer Käufer an den tansanischen Auktionen erhöht.

Cashews, Indien

Sorte

USD/mt

LWP

6.825

SWP

6.160

W320

8.170

W450

7.455

FOB Indien

Rekordexporte für Vietnam

Zum Jahresende 2025 erreichten die vietnamesischen Cashew-Exporte ein neues Rekordniveau. Allein im Dezember wurde ein Exportwert von rund 466 Mio. USD erzielt, was einem deutlichen Plus von 29% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat entspricht. Damit überschritten die gesamten Cashew-Exporte Vietnams im Jahr 2025 erstmals die Marke von 5 Mrd. USD und beliefen sich auf insgesamt rund 5,23 Mrd. USD, wie die Vietnam Cashew Association (Vinacas) berichtet. Bereits im Jahr 2024 hatte die Branche mit Exporterlösen von über 4,3 Mrd. USD einen historischen Höchststand erreicht. Somit konnte die vietnamesische Cashew-Industrie innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Jahren neue Rekorde beim Exportwert verzeichnen. Neben dem Wert wurde auch mengenmäßig ein neuer Höchststand erreicht. Die Exportmenge stieg 2025 auf rund 766.600 mt, was einem Zuwachs von 5,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

China wird wichtigster Abnehmer für Vietnam

Um die verarbeitende Industrie am Laufen zu halten importierte Vietnam im Jahr 2025 mehr als 2,9 Mio. mt rohe Cashewnüsse im Wert von etwa 4,5 Mrd. USD. Auf der Absatzseite kam es zu einer Verschiebung: China entwickelte sich erstmals zum wichtigsten Absatzmarkt für vietnamesische Cashews und überholte die USA. Die Exporte nach China erreichten einen Wert von rund 1,12 Mrd. USD, während die USA mit etwa 975 Mio. USD auf Rang zwei zurückfielen. An dritter Stelle folgen die Niederlande mit Exporten in Höhe von rund 495 Mio. USD.

EU-Importe gestiegen

Die EU-Cashewimporte lagen im Jahr 2025 um 4,6% über denen des Vorjahres. Der wichtigste Lieferant war auch hier mit großem Abstand Vietnam, das seine Ausfuhren in die EU um 4,7% auf 138.287 mt steigern konnte, gefolgt von der Elfenbeinküste, die mit 32.153 mt knapp 35% mehr Cashews in EU-Länder lieferte. Indien auf Platz 3 musste indes einen Rückgang von fast 14% einstecken. Der EU-Importwert 2025 belief sich auf gut 1,24 Mrd. EUR und lag damit um knapp 21% über dem Importwert 2024. Grund dafür war neben der höheren Einfuhrmenge vor allem der gestiegene durchschnittliche Importpreis von 6,41 EUR/kg.

EU-Import Cashews in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Vietnam

132.118

138.287

4,7%

Elfenbeinküste

23.881

32.153

34,6%

Indien

10.190

8.774

-13,9%

Nigeria

2.709

3.035

12,0%

Brasilien

2.016

2.300

14,1%

Tansania

1.874

1.772

-5,4%

Burkina Faso

1.978

1.536

-22,3%

Benin

3.802

1.491

-60,8%

Ghana

1.147

869

-24,2%

Mosambik

1.131

771

-31,8%

Andere

4.343

2.784

-35,9%

Gesamt

185.189

193.772

4,6%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-31.12.
08013200 Kaschu-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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