Butter: Neue Realität verändert Verbraucherverhalten

16. Juli 2020 um 13:35 , Der AUDITOR
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FRANKFURT/BRÜSSEL. Während weite Teile Europas im vergangenen Jahr mit einer Hitzewelle zu kämpfen hatten, sieht die Lage in diesem Sommer ganz anders aus. Das Leben mit der neuen Realität der Pandemie hat einen enormen Einfluss auf den Butter- und Milchkonsum.

Deutsche bleiben lieber zu Hause

In Deutschland haben laut einer ZDF-Umfrage rund 37% der Bürger die Absicht, ihren Urlaub in diesem Jahr zu Hause zu verbringen. Der Verband der Deutschen Süßwarenindustrie rechnet damit, dass sich dies nachhaltig auf den inländischen Speiseeiskonsum auswirken wird. Der durchschnittliche Verbrauch bewegte sich 2019 bei 8,3 Litern pro Kopf. Die Tatsache, dass viele Menschen zu Hause bleiben, anstatt zu verreisen, hat die Nachfrage der Verbraucher nach Butter in den Supermärkten und die Lieferungen in die Einzelhandelsmärkte deutlich erhöht. Dies hat das obere Ende der Preisspanne für Tafelbutter an der Butter- und Käsebörse in Kempten auf 3,60 EUR/kg ansteigen lassen. Blockbutter wird jedoch in einer festen Spanne von 3,40-3,45 EUR/kg gehandelt, da der Handel im Sommer eine Pause einlegt. Die Preise für Tafelbutter sind in Polen wieder auf 3,47 EUR/kg gesunken.

Butterpreise

Standort

Preis

EXW Polen

3.470 EUR/mt

EXW Deutschland

3.400 EUR/mt

EEX

3.446 EUR/mt

GDT

3.717 USD/mt

Quelle: Handel

EU exportiert weniger Butter nach Großbritannien

Die Butterexporte der EU sind von Januar bis Mai um 37% gestiegen. Nach dem Verlassen der EU im Januar ist das Vereinigte Königreich das Hauptexportziel. Während im Zeitraum Januar-Mai 2018 bis zu 30.058 mt Butter nach Großbritannien geliefert wurden, ist zu beachten, dass die Lieferungen jetzt auf 21.446 mt zurückgegangen sind, was die Unsicherheit widerspiegelt, die der Brexit erzeugt.

Großbritannien befindet sich derzeit in einer Übergangsphase, die am 31. Dezember endet. Die Verhandlungen über künftige Handelsabkommen sind jedoch mit Schwierigkeiten behaftet, da das Risiko eines "No Deal"-Brexit immer größer wird. Die Ungewissheit lastet schwer auf jeglichen Handelsaktivitäten zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Im Gegensatz dazu haben sich die Lieferungen in die USA seit 2018, als die EU 9.942 mt Butter in die USA exportierte, fast verdoppelt. Nach einem Einbruch im Jahr 2019 haben sich die Lieferungen nach Saudi-Arabien mit 165% wieder stark erholt.

EU-Butterexporte in Drittländer, Januar-Mai, in mt

Destination

2019

2020

Diff.

Großbritannien

25.005

21.446

-14%

USA

12.609

18.747

38%

Saudi-Arabien

3.559

9.415

165%

Andere

45.056

68.402

52%

Gesamt

86.229

118.010

37%

Quelle: Eurostat

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Preischart, Butter, EXW, Polen
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Preischart Butter, mild gesäuert, Deutschland
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