Wir brauchen Macher, keine Sonntagsredner!

15. April 2020 um 08:07 , Der AUDITOR
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SEEHEIM. Eins wird in Zeiten der Corona-Krise mehr als deutlich: In der deutschen Politik trennt sich die Spreu vom Weizen. Michael Gütlich, Geschäftsführer der Dedere Deutschland GmbH, hat dazu eine ganz klare Meinung.

Wir wollen alle wieder gerne arbeiten, aber vor allem wollen wir sicher arbeiten. Aus diesem Grund ist es zurzeit extrem wichtig, Politiker wie Markus Söder zu haben, die alle Hebel in Bewegung setzen, um die Voraussetzungen für diese Arbeitssicherheit zu schaffen. Im Gegensatz zu anderen Politikern wie Laschet, Habeck oder Baerbock habe ich hier das Gefühl, Söder würde die Schutzkleidung und Gesichtsmasken am liebsten selbst nach Deutschland fliegen; obwohl es eigentlich nicht meine Art ist, einzelne Politiker hervorzuheben, muss das Positive in diesen Zeiten auch einmal hervorgehoben werden. Andere reden viel, haben aber keine wirkliche Idee oder gar Antworten auf die Fragen, die die aktuelle Situation aufwirft. Wir verstehen, dass die Politik es in dieser Krise schwer hat, aber keiner zwingt sie, nichts zu tun – wir brauchen Politiker, die anpacken. Laschet ist prinzipiell gegen die Vorschläge Söders, hat aber keine eigene Meinung oder positioniert sich auf irgendeine Art. Das wurde im Interview mit Dunja Hayali im Morgenmagazin des ZDF sehr deutlich – ein ganz tolles und entlarvendes Interview, das deutlich macht, was wir NICHT brauchen. Ich bin kein Freund von einzelnen Politikern, sondern ich beurteile sie grundsätzlich nach ihren Taten. Wichtig ist mir dabei vor allem, dass sie auch in der Lage sind, ihre Meinung zu ändern, wenn sie auf gute Argumente treffen, und nicht nur rein ideologisch handeln. Sie müssen sehen, was wir gemeinsam haben, egal, welche Partei – und wo wir alle gemeinsam anpacken müssen.

Söder positioniert sich für die Maskenpflicht und sorgt auch dafür, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Was er nicht tut, ist, auf die Forderungen der Medien einzugehen und einen Termin festzulegen, an dem die Schutzmaßnahmen wieder gelockert werden können. Hier drängt sich mir der Eindruck auf, dass es gar nicht so sehr das Volk ist, das Antworten auf die Wann-Frage erwartet, sondern dass die allermeisten Bürger der Meinung sind, dass diese Frage sich erübrigt, solange wir noch nicht über ausreichend Schutzmasken und Schnelltests verfügen. Der Söder-Weg ist hier meiner Meinung nach der beste Weg, und ich unterstütze ganz klar dieses engagierte Handeln. Die Menschen müssen die Möglichkeit bekommen, wieder in den Alltag zurückzukehren, aber die Dinge zu überstürzen, würde zum gegenteiligen Effekt führen. Das deutsche Gesundheitssystem ist stark, wie sich aktuell so deutlich wie nie zeigt, aber es ist nicht immun gegen die steigende Belastung. Es gibt natürlich noch eine Verbesserungsnotwendigkeit, dennoch zeigt sich auch, dass bereits eine gute Grundlage geschaffen wurde.

Ein positiver Aspekt ist, dass die Bürger zurzeit ein hohes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Sie sehen auch positive Aspekte: die Luft wird sauberer, der Lärm weniger und die Solidarität größer. Wir machen uns Gedanken, wie es nach der Krise weitergeht und wie wir es schaffen können, die Umwelt nicht wieder zu vergessen und unser Leben zu ändern, vorranging unser Konsumverhalten. Natürlich wollen wir trotzdem weiterhin produktiv sein, aber nicht mehr in dem vorherigen zerstörerischen Maße, das den Globus und damit auch uns Menschen gleichermaßen kaputtmacht. Ohne Zusammenarbeit ist das nicht möglich, das zeigt die aktuelle Lage deutlich. Und ich muss sagen, wenn ich sehe, wie die deutsche Bevölkerung die Situation handhabt, macht mich das stolz. Stolz auf dieses Land und auch stolz auf die Politiker wie Söder und Spahn, die anpacken und uns durch diese schwierige Situation führen. Auch sie sind unsere Alltagshelden, die in diesem Sinne zu selten erwähnt werden.

Von Michael Gütlich

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