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Wetterphänomen La Niña im Anzug - Gefahr für Südamerikas Ernten

21. August 2020 13:59, Der AUDITOR
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FRANKFURT/ Melbourne. In Australien hat das Bureau of Meteorologie am 18. August den La Niña-Status „Alert“ ausgegeben. Dies ist die Vorstufe vor dem Status „La Niña“. Das Wetterphänomen hat weitreichende Auswirkungen auf die Ernten Südamerikas, Australiens und Asiens.

In Australien hat das Bureau of Meteorologie der Regierung am 18. September den La Niña-Alarm ausgegeben. Dabei wechselte der ENSO-Outlook, ein Warnsystem für die El Niño-Süd-Oszillation, von WATCH auf ALERT. Dies ist die Vorstufe zum Status LA NINA. Bis Mitte September erreichte der sogenannte Southern-Oscillator-Index (SOI), der als Frühindikator für das Herannahen des Großwetterphänomens dient, dabei den Druckunterschied zwischen Darwin (Australien) und Tahiti bemisst, alarmierende Tiefstwerte, die eine starke Ausprägung des Phänomens womöglich im Winter bis Frühjahr 2021 erwarten lassen. Fällt dieser SOI positiv aus, deutet dies auf eine Erwärmung des Pazifiks hin und das Phänomen El-Niño könnte eintreten. Ist dieser Wert negativ, bedeutet dies eine Abkühlung und das Pendant zu El-Niño, La Niña, mit genau entgegen gesetzter Wirkung, tritt ein.

Beim La Niña verstärken sich ursprüngliche Klimaverhältnisse – Abkühlung des Ostpazifiks
Beim La Niña Ereignis sinken die Luftdruckunterschiede zwischen dem West- und Südpazifik stark ab, was mit einer erhöhten Abkühlung des Oberflächenwassers im Ostpazifik, gewöhnlich direkt vor der Küste Perus, einhergeht. Die Abkühlung des Ostpazifiks sorgt für eine stärkere Ausprägung der ursprünglichen Klimaverhältnisse. Das Hochdruckgebiet über der Küste Südamerikas sowie das Tiefdruckgebiet über Südostasien werden kräftiger. Als Folge davon werden die Passatwinde verstärkt angetrieben und dadurch auch große Mengen Wasser nach Westen getrieben. Deshalb ist es in weiten Teilen Südamerikas noch trockener als in Normaljahren. Südostasien und Australien verzeichnen hingegen besonders viel Niederschlag, an der Nordostküste oft mehrere Tausend Millimeter.

Extreme Regenfälle in Indonesien und Ostaustralien, Trockenheit im Westen Südamerikas – mehr atlantische Hurrikane
Aber der Einfluss von La Niña reicht weit über die Pazifikregion hinaus. So kommt es auch an der Westküste Afrikas häufiger zu Dürre. Der Monsun in Indien und Indonesien fällt oft höher aus als in Normaljahren. Über Nordamerika ist der winterliche Jetstream meist nördlicher ausgerichtet, so dass der pazifische Nordwesten feuchtere und der Südosten der USA trockenere und wärmere Witterung aufweisen. Oft verlagern sich die Jet-Streams von den zentralen Rocky Mountains nordöstlich zu den Great Lakes, so dass die Tornados mehr nördlich und westlich, als während eines El-Niño, auftreten. Die schlimmsten Folgen des La-Niña -Phänomens haben sicher die Pazifikstaaten zu tragen, jedoch sind die Auswirkungen nicht auf die Südhalbkugel begrenzt, wie die veränderte Sturmaktivität zeigt. Denn ein weiterer Effekt ist, das während eines La-Niña die Zahl der atlantischen Hurrikane ansteigt, während die Aktivität von Wirbelstürmen über Mexiko abnimmt. (Fortsetzung im Folgebeitrag).

 

 

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