Weizen: Wettermärkte und Touristikbranche

30. April 2020 um 12:24 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten in Westeuropa zum langen Wochenende eher schwächere Kursverläufe. Niederschläge von Frankreich bis nach Polen setzten die Wetterprämien etwas unter Druck. Auch rechnete der Handel mit zunehmendem Abflauen der globalen Nachfrage, was die auslaufende Exportverfügbarkeit in Russland und der Ukraine relativieren dürfte. In Deutschland und Österreich bereitet sich die Touristikbranche auf den Re-Start vor. In Deutschland steht ein Drei-Phasen-Szenario zur Debatte.

Paris notierte Weizen am Vormittag mit 194,75 EUR/mt um 0,8 %, Chicago mit 5,16 USD/Bushel um 0,4 % schwächer als gestern. Ausschlaggebend für die Kursverluste waren die in weiten Teilen Europas sowie in der Schwarzmeerregion einsetzenden Niederschläge, welche die ungewöhnlich starke Frühjahrstrockenheit linderten oder teils beenden könnten. Die neuesten Wetterkarten zeigen in den nächsten 14 Tagen erheblichen Regen über Südrussland. Sollte es über einen längeren Zeitraum regnen, wird sich die Lage ändern, da insbesondere in Russland, in Polen und auch im Baltikum mit guten Weizenernten gerechnet wird. Damit sich in Deutschland die Bedingungen wirklich besser, sind allerdings weitere Niederschläge notwendig. Auch rechnete der Handel mit zunehmendem Abflauen der globalen Nachfrage. Insofern dürfte die auslaufende Exportverfügbarkeit in Russland und der Ukraine kaum mehr Einfluss auf den europäischen Weizenmarkt haben. Schwierig bleibt die Lage in den USA. Die Tatsache, dass die USA bis 1. Juni noch 4,8 Mio. mt Weizen exportieren müssten, um das Exportziel des USDA zu erfüllen, bleibt wohl Illusion. Am Exportmarkt kaufte Äthiopien gestern 400.000 mt Weizen.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

189,00

-1,00

Creil FOB

183,00

-1,00

Hamburg DDP

203,00

1,00

Westfalen DDP

199,00

1,00

Rheinland DDP

198,00

1,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

-1,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Touristikbranche bereitet sich auf Re-Start vor  
Wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt, wie sich die Nachfrage Corona-bedingt entwickeln wird. Die Zeiten höherer Bevorratung bei Weizenmehl und haltbaren Teigwaren sind nach Einschätzung des Handels erst einmal vorbei. Jetzt hoffen Bäckereien, Restaurants und Hotels darauf, möglichst bald wieder zu öffnen. Dabei schielt die Branche auf die Entwicklungen in Österreich. In Wien plant man, die Hotels ab Ende Mai zu öffnen. Der Sommerurlaub steht bevor, dies will sich die Touristikbranche auf keinen Fall verderben. Die Stimmung ist dort verhalten positiv. Der Deutsche Tourismusverband bereitet sich auf den Re-Start des Deutschlandtourismus vor, hat dazu empfohlen, dass sich Bundesländer mit Reiseregionen und Nachbarbundesländern abstimmen, um eine Nutzung der touristischen Angebote in der ersten Phase länderübergreifend möglich zu machen. Nach Wunsch des Verbands sollten die Pfingstferien dazu dienen, ein Monitoring für die erste Phase im Deutschlandtourismus zu entwickeln, um daraus Empfehlungen und Perspektiven für das weitere Vorgehen für die Sommerferien abzuleiten. Die Regierungen von Bund und Ländern werden bei ihrem heutigen Gipfel voraussichtlich das geltende Isolationsgebot zur Bekämpfung des Coronavirus, die Kontaktbeschränkung bis 10. Mai, verlängern.

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