Weizen: Wettermärkte im Fokus – Preise steigen
22. April 2020 um 12:40 ,
Der AUDITOR
Paris notierte Weizen am Vormittag mit 203,75 EUR/mt stabil, Chicago mit 5,40 USD/Bushel um 1,3 % niedriger als gestern. Am Schwarzmeer blieb der Fronttermin bei 227,50 USD/mt stehen. Japan kaufte gestern 115.059 mt Weichweizen aus den USA, Kanada und Australien. In den USA lag der Exportstand für Weizen bei 21,96 Mio. mt. Um das Exportziel des USDA zu erreichen, müssten die USA bis 1. Juni 4,8 Mio. mt Weizen exportieren, was wenig wahrscheinlich ist. In Westeuropa wurde kein neuer Weizenexport bekannt. Brüssel exportierte bisher 27,16 Mio. mt Weizen gegenüber 16,62 Mio. mt im Vorjahr. Haupt-Exportdestinationen waren Algerien mit 14,7 %, Saudi-Arabien mit 9,1 %, Marokko mit 7,6 %, Ägypten mit 7,1 % und China mit 5,7 %. Der Weizenmehlexport lag mit 465.045 mt um 17,4 % über dem Vorjahr. Exportquoten Russlands und Exportbegrenzungen der Ukraine hielten den Markt auf stabilem Kurs. Zuletzt senkte Russlands Analyst IKAR seine Weizenprognose um 2,3 auf 77,2 Mio. mt, wodurch das Plus zum Vorjahr um 5 % verkürzt würde. Die ukrainische Weizenernte soll laut Ukrainian Grain Association (UGA) von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken, was ein Rückgang von 9 % wäre.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
199,00 |
0,00 |
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Creil FOB |
193,00 |
-1,00 |
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Hamburg DDP |
210,00 |
3,00 |
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Westfalen DDP |
205,00 |
3,00 |
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Rheinland DDP |
205,00 |
3,00 |
|
Oberrhein FOB |
196,00 |
2,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Holland CIF |
205,00 |
2,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
204,00 |
2,00 |
|
Westfalen DDP |
203,00 |
3,00 |
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Oberrhein FOB |
194,00 |
2,00 |
Quelle: Handel
Weizenernten sind vorerst früher zu erwarten
Im Fokus standen zudem die Wettermärkte in West- und Osteuropa. Dabei geben die Entwicklung zu trockener Böden von Zentral-Frankreich bis nach Litauen Anlass zur Sorge für mögliche Ernteausfälle, wenn der Mai ähnlich trocken bliebe. In Brandenburg zeichnen sich erste Trockenschäden ab, starker Wind führt zu Austrocknung. Das ganze Gegenteil erlebt Südeuropa, von Spanien, Süd-Frankreich, Italien und den Balkan bis nach Griechenland mit teils übermäßigen Niederschlägen. Frankreichs Weizenanbaufläche ging bekanntlich um 7,5 % auf 4,6 Mio. ha zurück. Bei uns schätzte der Deutsche Raiffeisenverband die kommende Winterweizenernte auf 22,7 Mio. mt, was 2,1 % unter dem Vorjahr bliebe. Die jüngsten Niederschläge in der Ukraine und Zentral-Russland mit 5 bis 10 mm Niederschlag reichen nicht aus, um normale Wachstumsbedingungen zu generieren, hieß es. Insofern könnten Weizenlieferungen aus dem Balkan bald ein interessantes Thema werden. Die Exportchancen in den Nahen Osten und Maghreb-Länder bleiben gut, nachdem die Trockenheit in Nordafrika höhere Importnachfrage erwarten lässt.