Weizen: Wettermärkte bestimmen das Preisbild

10. Juni 2020 um 12:22 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte stehen im Einfluss der bevorstehenden Ernten Westeuropas, am Schwarzmeer sowie der laufenden in den USA, damit verbunden mit Wettereinflüssen auf Qualität und Ertrag. In den USA, Westeuropa und in der Ukraine werden schwächere Weizenernten erwartet, während Kanadas und Russlands steigen dürften. Der Regen in Westeuropa könnte noch für Ertragszuwächse bei Weizen führen. In Frankreich und in Polen gab der Markt nach.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 508 USD/Bushel gleichhoch wie gestern. In Paris sank Weizen beim Fronttermin um 0,3 % auf 185,00 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,3 % auf 208,25 EUR/mt. In den USA standen Handelseinschätzungen zum WASDE Report morgen Abend und das Wetter in den USA im Vordergrund. Mit Blick auf den WASDE-Report erwartet der US-Handel laut Wall Street Journal-Umfrage eine US-Weizenernte von 1,852 Mrd. Bushel, im Mai hatte das USDA hier noch 1,866 Mrd. Bushel veranschlagt. Dadurch könnten auch die US-Weizenbestände etwas niedriger ausfallen. Der Tropen-Sturm "Cristobal" hat sich offenbar abgeschwächt. Der National Weather Service hat seine Starkregen- und Überschwemmungs-Warnungen auf Gebiete in Central Iowa zurückgenommen. Die laufende US-Weizenernte mit 7 % Fortgang sorgt in den USA für üblichen Preisdruck zur Ernte. Druck kam aus Australien, wo das Agrarinstitut ABARES seine Prognose für 2020-21 vom März um 5,4 Mio. mt aufgestockt hat auf nunmehr 26,7 Mio. mt. Dadurch dürfte Australien in der Lage sein, gut 15 bis 17 Mio. mt Weizen auszuführen gegenüber nur 8,2 Mio. mt zur alten Saison 2019-20, wo die Ernte dort dürrebedingt zurückfiel. Im Fokus stand international eine neue Weizenausschreibung Ägyptens zur Lieferung vom 12. bis 22. Juli.

Frankreichs Kassamarkt tendiert schwächer  
In Frankreich gab Weizen erneut 1 EUR/mt nach, was mit schwächerer Exportnachfrage zusammenhing. Auch scheint der Binnenmarkt gut mit Weizen gedeckt zu sein. In Polen haben die Weizenpreise nachgegeben, nachdem die Nachfrage nach alterntiger Ware gesunken ist und sich die Aussichten für die neue Ernte verbessert haben. Die Kaufideen polnischer Mühlen lagen zuletzt um 174,50 bis 185,50 EUR/mt, hieß es. Am Niederrhein lag das Preisniveau für B-Weizen mit 12 % RP bei 190 EUR/mt für September, ex Ernte dürfte mit 180 bis 185 EUR/mt bewertet werden. Der Regen in Frankreich bis nach Polen spielt der Backindustrie derzeit einige Trümpfe ins Kartenblatt, könnten sich die Erträge noch etwas erhöhen. Natürlich muss die kleinere Weizenernte in der EU gesehen werden, knapp wird Weizen deshalb aber nicht. Auch wenn Coceral die EU-Weizenernte von 135,4 Mio. mt im Mai auf 129,7 Mio. mt zurücknahm, gut 11,7 % kleiner als im Vorjahr, wird sich die schwächere Ernte auf geringere Exporte auswirken. Von gut 35 Mio. mt Weizenexport in 2019-20 muss Brüssel auf vielleicht 20 Mio. mt herunter. Wenig Änderung gab es am Schwarzmeer. In der Ukraine wird neuerntiger Weizen mit 11,5 % RP für 183,00 USD/mt Fob Odessa offeriert, Futterweizen liegt bei 170 USD/mt. 

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