Weizen: Wetter-Kapriolen dürften den Markt herunterkühlen

8. Mai 2020 um 12:02 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenterminmärkte legten nochmals zu. Doch am Wochenende soll Regen und teils Schnee die Märkte abkühlen. Dies könnte den Trockenstress von Frankreich bis zum Baltikum zu beenden. Für die Mühlen- und Backindustrie bedeutet dies, mit Dispositionen beim Einkauf bis zur nächsten Woche abzuwarten, da die Weizenpreise zur neuen Ernte bereits hochgelaufen sind. Neue Zahlen zum Anbau und zur Bestandsentwicklung gab es aus Kanada. Dort soll der Weizenanbau um 3 % zugelegt haben.

Der Weizenmarkt konnte international weiter zulegen. Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 5,29 USD/Bushel erneut um 0,7 % fester als gestern. In Paris legte der Fronttermin um 1,3 % auf 206,25 EUR/mt, am Schwarzmeer um 1,0 % auf 221,75 USD/mt zu. Großen Einfluss auf den Markt hatten angekündigte Kälteeinbrüche in Kanada, im nördlichen Mittleren Westen der USA, ab Sonntag auch in Westeuropa mit hoher Niederschlagswahrscheinlichkeit. Dabei sind Nachtfröste und Schnee bis in die Niederungen möglich. Weizenbestände dürfte dies weniger treffen als Maissämlinge, die Nachtfröste wenig tolerieren. Laut Handel waren die Regenfälle der letzten Woche zu niedrig, um den Trockenstress von Frankreich bis zum Baltikum zu beenden. Dies könnte sich nächste Woche ändern, sollten ergiebige Regenfälle niedergehen. In einigen Regionen Südrusslands und in der Ostukraine werden bereits erste Trockenschäden sichtbar, hieß es. Jedoch erwarteten Meteorologen höhere Niederschläge in Südrussland und Ukraine. Für die Mühlen- und Backindustrie bedeutet dies, mit Dispositionen beim Einkauf bis zur nächsten Woche abzuwarten, da die Weizenpreise zur neuen Ernte bereits hochgelaufen sind. In den letzten drei Tagen hat B-Weizen für Termin 3. Quartal 2020 franko Westfalen um 5 Euro auf 191 EUR/mt zugelegt. Futterweizen für Termin 3. Quartal stieg um 3 Euro auf 188 EUR/mt cif Holland.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

182,00

0,00

Creil FOB

176,00

0,00

Hamburg DDP

204,00

-4,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Rheinland DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

-1,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

1,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Kanadas Weizenanbau steigt um 3,3 %
Maßgebend blieb auch der Export. Die EU exportierte bis 3. Mai 28,8 Mio. mt Weichweizen, ein Plus von 64 % zum Vorjahr. Davon entfielen 9,8 Mio. mt auf Frankreich, rund 4,79 Mio. mt auf Rumänien und 3,8 Mio. mt auf Deutschland. Frankreichs um 5,3 Mio. niedriger auf 34,28 Mio. mt, sowie Deutschlands um 700.000 t auf 22,33 Mio. mt vom Handel veranschlagte Weizenernten, sind Grund für festere Bewertungen am Markt. In den USA liegen die Schätzungen zur Weizenernte um 3,8 % unter der Aprilprognose. Der Wochenexport unterschritt mit 244.800 mt US-Weizen das Vorwochenniveau um 48 % und das vierwöchige um 15 %. Wie StatsCan mitteilte, wird sich die kanadische Gesamtweizenfläche um 3,3 % auf 25,426 Mio. acres ausdehnen. Die Gesamtvorräte bei kanadischem Weichweizen lagen mit 38,610 Mio. mt um 1 % unter dem Vorjahr.

 

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