Weizen: Die Welt baut strategische Lagerreserven auf

7. April 2020 um 12:14 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte blieben bis auf die USA sehr stabil. Nach veränderten Kontrakt-Spezifikationen dürfte Ägypten bald mit neuen Ausschreibungen an den Markt kommen. Algerien zog seine Ausschreibung zurück, weil es zum Gebotsniveau keine Verkäufer gab. Viele Länder wollen in den nächsten Wochen ihre Reserven wegen der Covid19-Pandemie weiter aufbauen. Das Schwarzmeer beklagt mangelnde Niederschläge in den Anbaugebieten.

Die Weizenmärkte ruderten in den USA spürbar zurück und gaben die gestrigen Kursgewinne wieder ab. Dabei verzeichnete Weizen an der CME mit 5,49 USD/Bushel ein Minus von 1,7 %. Ganz das Gegenteil passierte in Paris, legte Weizen erneut um 2,2 % auf 195,5 EUR/mt zu. Die Kursgewinne am Schwarzmeer blieben mit 0,5 % vergleichsweise gering. In den USA blieb die Exportinspektion mit 320.000 mt US-Weizen deutlich unter der Vorwoche, was zu Kursverlusten führte. Auch der Crop-Progress-Report bestätigte mit 62 % gut-exzellenter Pflanzen einen um 2 % besseren Wachstumsstand als im Vorjahr. Mit Blick auf den kommenden WASDE-Report erwartet der Handel US-Weizenbestände von 940 Mio. Bushel, unverändert zum Vormonat. Die Welt-Weizenendbestände werden bei 287,37 gegenüber 287,14 Mio. mt im Märzbericht gesehen. Laut Handel könnte sich die OPEC-Plus-Gruppe zwar am Donnerstag auf eine Rücknahme des globalen Rohölausstoßes um 10 bis 15 % einigen. Viel zu wenig, meinte die International Energy Agency (IEA) in Paris. Der Nachfragerückgang ist derart massiv, dass sämtliche Rohölexportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was zudem unkontrollierbar wäre.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

192,00

4,00

La Pallice FOB

192,00

4,00

Creil FOB

185,00

4,00

Hamburg DDP

199,00

1,00

Westfalen DDP

196,00

1,00

Rheinland DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

1,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

197,00

2,00

Süd-Oldenburg DDP

197,00

1,00

Westfalen DDP

196,00

1,00

Neuss DDP

191,00

1,00

Oberrhein FOB

189,00

2,00

Quelle: Handel

 

Bevorratungskäufe halten an
Den Weizenbedarf kann Brasilien weiterhin nicht vom Nachbarland Argentinien aus logistischen Gründen dort decken. Brasilianische Mühlen drängen die Regierung daher, die Beschränkungen für russischen Weizen aufzuheben und den geltenden Einfuhrzoll von 10 % auf Weizenimporte außerhalb des Mercosur-Blocks auszusetzen. In Westeuropa blieb die Exportnachfrage nach Weizen hoch. Bis 5. April exportierte die EU 24,78 Mio. mt Weichweizen gegenüber 14,94 Mio. mt im Vorjahr. Jordanien kaufte 120.000 mt Hartweizen optionaler Herkunft. Die Türkei gab eine Ausschreibung für 250.000 mt Mahlweizen bekannt. Algerien zog die Weizenausschreibung mangels Angebote zurück. Ägypten soll mit Importbedarf zurückkommen, nachdem die Kontraktspezifikationen angepasst wurden. Die GASC kauft nur noch Parität Cost & Freight anstelle von Fob. Die Lieferverpflichtung enthält eine Klausel über Ersatzlieferung, sofern das exportierende Land die Ware wegen Quarantäne durch die Covid19-Pandemie nicht liefern kann, wie dies derzeit in Indien der Fall ist. Auch soll über Kreditfinanzierung mit kürzerem Zahlungsziel abgewickelt werden. Die Ukraine exportierte letzte Woche 130.000 mt Weizen, Russland dagegen fast 600.000 mt.

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