Weizen: Weizen- und Mehl-Exportbeschränkungen am Schwarzmeer

31. März 2020 um 11:46 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte gaben in den USA und am Schwarzmeer leicht nach, konnten sich in Westeuropa leicht befestigen. Wichtige Importländer kaufen wegen der gestiegenen Weizenpreise eher portionsweise ihren Bedarf nach, hieß es im Handel. Russland, Ukraine und Kasachstan wollen Weizen- und Mehlexport wegen Covid19-Pandemie begrenzen. Aber die hiesige Lebensmittelindustrie baut bei wichtigen Produkten wie Mehl und Konserven höhere Lagerbestände auf. Der Markt sucht daher nach Wegen, um auch im Krisenmodus essentielle Versorgung zu gewährleisten.

Die internationalen Weizenmärkte beruhigten sich etwas, ruderten in den USA sogar zurück. Chicago verzeichnete bei Weizen ein Minus von 1,0 % auf 5,71 USD/Bushel, das Schwarzmeer von 0,3 % auf 225 USD/EUR, Paris dagegen ein Plus von 0,5 % auf 196,25 EUR/mt. In den USA standen die Entwicklung der Covid19-Pandemie, der Quartalslagerbestände und Anbauflächenschätzungen sowie Zahlen der Exportinspektion im Fokus. Die Zahl der Covid19-Infizierten stieg in den USA über Nacht um 15 % auf 164.610 Patienten nach Johns Hopkins University. Bei den Quartalsbeständen per 1. März rechnen die Analysten bei Weizen mit einem Rückgang auf 1,437 Mrd. Bushel, im Vergleich zu 1,593 Mrd. Bushel im Vorjahr. Die Handelseinschätzungen zur US-Weizenanbaufläche liegen mit 44,86 Mio. Acres unter dem Vorjahr von 45,16 Mio. Acres. Die Exportinspektion überstieg mit 363.881 mt das Vorwochenergebnis um 2,6 %. Insgesamt befürchtet der US-Handel einen spürbaren Kaufkraftverlust der Bevölkerung durch die Pandemie, was aber auf eine stärke Konzentration der Nachfrage auf Grundnahrungsmittel schließen lässt.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

A-Weizen (13/250/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg DDP

203,00

-1,00

Ostsee FOB

203,00

-1,00

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

193,00

1,00

La Pallice FOB

193,00

1,00

Creil FOB

186,00

1,00

Hamburg DDP

202,00

-1,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

-1,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

-2,00

Süd-Oldenburg DDP

198,00

-1,00

Westfalen DDP

197,00

-1,00

Neuss DDP

192,00

0,00

Oberrhein FOB

187,00

-1,00

Quelle: Handel

Russland und Ukraine begrenzen Weizenexport
Nach Russland könnte auch die Ukraine ihre Weizen- und Mehlausfuhren begrenzen. Moskau hatte wegen der Pandemie die Einführung einer Quote für Getreideexporte von 7 Millionen Tonnen für den Zeitraum April bis Juni vorgeschlagen. Bisher ging das USDA davon aus, dass die russischen Getreideexporte eine Menge von 45 Mio. t umfassen. Wegen der Beschränkung fällt diese Zahl auf etwa 39 Mio. t zurück. In der Ukraine könnte auf Vorschlag der Regierung der Weizenexport bis 30. Juni auf 20,2 Mio. mt begrenzt werden, lag der Export bisher bei 17,7 Mio. mt. Auch in Kasachstan erwartet der Handel Exportbeschränkungen. Dies bedeutet weniger Exportdruck vom Schwarzmeer. Russischer Weizen mit 12 % Protein war zuletzt auf 218 USD/mt fob Novorossiysk gestiegen, ähnlich hoch liegt ukrainischer Weizen. In Frankreich wurde der Weizenmarkt durch einen Mini-Tender von 50.000 mt Weizen nach Algerien gestützt. Das könnte trotz global ausreichenden Getreidemengen kurzfristig zu einer weiteren Befestigung an den Märkten führen. Die Lebensmittelindustrie hält an einem höheren Bestandsaufbau von wesentlichen Lebensmitteln fest. 

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