Weizen: WASDE-Report lähmt Preisaussichten
13. August 2019 um 10:34 ,
Der AUDITOR
Die Welt-Weizenernte wurde mit rund 768 Mio. mt zwar um 3,4 Mio. t niedriger geschätzt als im Juli, übersteigt aber das Vorjahresergebnis um 37,5 Mio. mt. Dabei sanken die Ernten Russlands um 1,2 Mio. mt, die Kasachstans um 1 Mio. mt, die der Türkei um 2 Mio. mt und die der EU um 1,3 Mio. mt. Um jeweils 0,5 Mio. mt höhere Ernten verzeichnen Argentinien und die Ukraine sowie um 0,7 Mio. mt die USA. Das bedeutet höhere Exporte der USA, Argentiniens und der Ukraine, niedrigere in Russland. Das USDA senkte die EU-Weizenernte auf 150 Mio. mt mit Exportaussichten von 26,5 Mio. mt im Vergleich zu 23,6 Mio. mt letzte Saison. Die EU-Weizenbestände sollen um 1,5 Mio. mt auf 11,2 Mio. mt ansteigen. Die globalen Weizenbestände erhöhen sich danach um 10 Mio. t auf 285 Mio. mt.
Die Exportinspektion ergab 688.978 mt US-Weizen, gut 65,5 % mehr als in der Vorwoche und um 41,4 % höher als im Vorjahr. Das USDA meldete einen US-Weizenexport von 94.950 mt nach Taiwan. Laut Crop Progress Report war die US-Winterweizenernte zu 89 % abgeschlossen, mit 7 % Rückstand zum fünfjährigen Mittel. Die US-Sommerweizenernte blieb mit 8 % Fortgang um 22 % unter dem Durchschnitt zurück, die Bonitierung sank um 3 auf 69 % gut-exzellenter Pflanzen.
In Westeuropa tendierte Weizen schwächer. Maßgebend war das bearishe Ergebnis bei Mais und auch Weizen im WASDE-Report. In Frankreich drückt ein gestiegenes Weizenangebot auf den Markt. Laut FranceAgrMer sind Frankreichs Weizenqualitäten jedoch zufriedenstellend. Die westlichen Anbaugebiete zeigen Rohproteingehalte von 10,5-11,5 %, östliche dagegen 11,5-12,5 %. Die Hektolitergewichte liegen bei 79-80 kg. Sorgen bereiten die geänderten Einfuhrbestimmungen Saudi-Arabiens, ermöglicht dies, nach Lockerung der Qualitätskriterien, die Einfuhr von russischen Weizen dorthin. In Deutschland veranschlagt Süddeutschlands Handel den Rohproteingehalt um ein Dreiviertelprozent niedriger als im Vorjahr. In Norddeutschland behindert Regen die Weizenernte. Aber qualitative Verluste soll es bisher nicht geben.
Am französischen Kassamarkt notierte Mahlweizen heute Morgen bei 169 EUR/mt FOB Rouen und 161 EUR/mt FOB Creil. Am Ober- und Niederrhein wurden 165 bzw. 171 EUR/mt FRANKO Mühle, in Hamburg 172 EUR/mt mitgeteilt. Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein und 174 EUR/mt FRANKO Südoldenburg gehandelt. Der Preisabstand zwischen Brot- und Futterweizen schmilzt weiter ab.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
169,00 |
-2,00 |
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La Pallice |
168,00 |
-2,00 |
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Creil |
161,00 |
-3,00 |
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Hamburg |
172,00 |
-1,00 |
|
Westfalen |
171,00 |
-1,00 |
|
Rheinland |
168,00 |
-1,00 |
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Oberrhein |
165,00 |
-1,00 |
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Dresden |
- |
- |
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Russland* |
- |
- |
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Ukraine |
156,30 |
0,00 |
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Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.200 |
34.010 |
|
Deutschland |
12,85 |
20.264 |
|
VK |
15.286 |
14.086 |
|
Polen |
10.733 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.500 |
8.404 |
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EU-28 |
141.468 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
53.890 |
51.300 |
|
Kanada |
33.300 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.500 |
19.500 |
|
Australien |
21.000 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
73.000 |
71.700 |
|
Ukraine |
29.200 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.900 |
13.900 |
|
EU-28 |
150.000 |
139.000 |
|
Welt |
768.070 |
730.550 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.