Weizen: Verschärfte Corona-Krise in den USA schickt Kurse in den Keller
2. April 2020 um 12:25 ,
Der AUDITOR
Die Weizenmärkte erlebten in den USA spürbaren Preiseinbruch. Chicago verzeichnete bei Weizen ein Minus von 2,2 % auf 5,47 USD/Bushel, gestern war der Kurs gleichfalls um 2 % gefallen. In Paris ging es 1,6 % auf 192,00 EUR/mt herunter, gestern betrug der Kursverlust 0,6 %. Grund für fallende Kurse in Chicago und natürlich an den Aktienmärkten war die Warnung von US-Präsidenten Donald Trump vor anstehenden fürchterlichen Wochen und bis zu 240.000 Toten in den kommenden Wochen in den USA. Dabei ermahnte Trump die US-Bevölkerung, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens für weitere 30 Tage streng einzuhalten, was beim US-Handel Befürchtungen über verzögerte Exportabwicklung hochkochen ließ. Der Dow Jones brach um 4,4 % ein. Druck kam auch vom US-Maismarkt, soll der Anbau um 8,1 % steigen, obwohl die US-Ethanolindustrie vor einer großen Pleitewelle steht. Dabei trafen die Entwicklungen der Corona-Krise auch den US-Markt hart, gab es inzwischen in den USA mit 216.722 mehr bestätigte Covid19-Infizierte als in jedem anderen Land der Welt. Die Reaktionen auf die jüngsten USDA-Zahlen zu Quartalsbeständen und Anbauflächen blieben eher moderat. Das USDA veranschlagte die US-Weizenbestände per 1. März 2020 mit 1,4 Mrd. Bushel um 8,3 % niedriger als vor einem Jahr. Das USDA rechnet mit einem Weizenanbau von 44,65 Mio. Acres Weizen, gut 1,2 % unter dem Vorjahr und so niedrig wie seit 100 Jahren nicht mehr.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
190,00 |
-3,00 |
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La Pallice FOB |
190,00 |
-3,00 |
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Creil FOB |
183,00 |
-3,00 |
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Hamburg DDP |
198,00 |
-2,00 |
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Westfalen DDP |
195,00 |
-3,00 |
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Rheinland DDP |
193,00 |
-4,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Holland CIF |
195,00 |
-2,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
196,00 |
-2,00 |
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Westfalen DDP |
195,00 |
-2,00 |
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Neuss DDP |
190,00 |
-2,00 |
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Oberrhein FOB |
187,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Weizentender Ägyptens storniert
In Westeuropa unterstützen zwar zwei Weizenverkäufe von Frankreich in Höhe von 250.000 mt nach Algerien und 75.000 mt nach Tunesien den Markt. Die Stornierung über eine Weizenausschreibung Ägyptens irritierte dann doch den Markt, hatte Frankreichs Handel darauf bereits hingewiesen, dass wichtige Importländer ihre Kontraktmengen reduziert haben, was mit Quarantänen in Export- und Importländer wegen der Covid19-Pandemie zusammenhing, aber auch schlicht mit dem Preisanstieg zusammenhing. In Frankreich und Deutschland wachsen die Befürchtungen, dass Weizenexporte nicht oder verspätet abgewickelt werden können, was den Markt etwas unter Druck setzte. Auch wurde bekannt, dass Futtergetreide aufgrund eingeschränkter Logistik verspätet ausgeliefert wurde. Die Hamsterkäufe bei Mehlhaushalts-Packungen sollen zurückgegangen sein, nachdem der LEH den Verkauf auf handelsübliche Mengen limitierte.