Weizen: Wie der US-Handel den Trend einschätzt

16. August 2019 um 10:58 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Der Weizenpreis entwickelte sich in den USA weiter abwärts, konnte hingegen in Westeuropa währungsbedingt leicht aufholen. Dem Markt fehlt die Exportnachfrage. Der Weizentender Ägyptens fiel an Russland und die Ukraine. Wie US-Broker den Marktrend beurteilen, erfahren Sie im Bericht.

US-Weizen kommt nicht aus dem Abwärtstrend heraus. In Chicago gab der Fronttermin abermals um mehr als 3 US-Dollar 471,50 US-Dollar je Bushel nach. Der USDA-Exportbericht mit Verkäufen einschließlich 8. August wies einen Nettoumsatz von 462.224 mt aus, gut 5,2 % niedriger als in der Vorwoche und 42,4 % kleiner als im Vorjahr. Japan erwarb gestern zwar 106.700 mt US-Weizen und Südkorea 106.200 mt. Aber dem US-Markt fehlt die Nachfrage und der Druck vom Schwarzmeer bleibt hoch. Denn die ägyptische GASC kaufte gestern 295.000 mt Weizen, wobei für 175.000 mt der Zuschlag an Russland ging, die Ukraine 120.000 mt liefern wird, was keine Überraschung war. Der Handel teilte einen Preis von 217,19 bis 218,89 US-Dollar Cost & Freight Ägypten mit, auch Frankreich kam mit Preisangebot unter 200 US-Dollar FOB gestern nicht zum Zug. Dabei rechnen US-Broker vorerst mit keiner Preiserholung bei Weizen, weil die Nachfrage fehlt. Für die USA könnten sich zwar bessere Exportchancen nach Brasilien ergeben, wo die Weizenernte frostbedingt um 15 % zurückfallen könnte. Allerdings kontert Argentinien mit einer Rekordernte von 20,5 Mio. mt und Australien soll mit 21,0 Mio. mt zumindest eine Normalernte nach dem Jahreswechsel realisieren. Wenn keine negativen Wettereinflüsse bis zum Jahreswechsel auftreten, wird es kaum Preisbefestigungen geben. Die Abkühlung der Weltkonjunktur dämpft die Exportnachfrage.

In Paris holte Weizen beim Fronttermin zwar heute Morgen um 1,25 EUR auf 168,00 EUR/mt auf, unterstützt durch einen niedrigeren Eurokurs, der Hoffnungen auf steigende Wettbewerbsfähigkeit von EU-Getreide schürte. Doch der französische Analyst Tallage versetzte dem Markt gestern bereits einen Dämpfer. Tallage hob seine EU-Weizenprognose um 2,3 Mio. mt auf 142,9 Mio. mt an, korrigierte zugleich aber die Exportprognose um 2,9 Mio. mt auf 24,8 Mio. mt nach oben. Laut Frankreichs Handel ist EU-Weizen aber derzeit wenig wettbewerbsfähig im Export, was weitere Preisermäßigungen wahrscheinlich macht. Nur währungsbedingt stiegen die Preise für Mahlweizen heute Morgen um 1 EUR/mt auf 168 EUR/mt FOB Rouen und 161 EUR/mt FOB Creil. Am Ober- und Niederrhein wurden unverändert 166 bzw. 171 EUR/mt FRANKO Mühle, in Hamburg 170 EUR/mt mitgeteilt. Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein und 174 EUR/mt FRANKO Südoldenburg gehandelt.

Litauischer B-Weizen mit 12 % Rohprotein und 280 Fallzahl wird weiter zu Preisen um 152 bis 154 EUR/mt ab Station, polnischer Mahlweizen zu Preisen von 154,50 EUR/mt FCA Slaski und 157,25 EUR/mt ab Zachodni angeboten. Russische Offerten lagen zwischen 147-152 EUR/mt FCA Krasnodar bei Mindestabnahme von 540 mt. Der Preis für Hartweizen lag zuletzt bei 235 EUR/mt FOB Pallice, ähnlich hoch wie im Vorjahr. Laut EU-Kommission hat der Import von Hartweizen deutlich zugenommen und erreichte bis 11. August 81.700 mt gegenüber 24.700 mt im gleichen Vorjahreszeitraum. Italien importierte allein 69.000 mt, Lieferanten waren Kanada, Kasachstan und die USA.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP  *12,5 RP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

168,00

1,00

La Pallice

167,00

1,00

Creil

161,00

1,00

Hamburg

170,00

1,00

Westfalen

171,00

1,00

Rheinland

168,00

1,00

Oberrhein

166,00

1,00

Dresden

-

-

Russland*

-

-

Ukraine

156,35

0,05

Argentinien

-

-

 

EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

38.200

34.010

Deutschland

12,85

20.264

VK

15.286

14.086

Polen

10.733

9.615

Rumänien

7.500

8.404

EU-28

141.468

129.703

 

Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Weizenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

53.890

51.300

Kanada

33.300

31.800

Argentinien

20.500

19.500

Australien

21.000

17.300

China

132.000

131.400

Indien

101.200

99.900

Russland

73.000

71.700

Ukraine

29.200

25.100

Kasachstan

13.900

13.900

EU-28

150.000

139.000

Welt

768.070

730.550

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.

 

 

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