Weizen: Unwetter tobten am Wochenende
15. Juni 2020 um 12:22 ,
Der AUDITOR
Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 5,02 USD/Bushel um 0,7 % fester als letzten Freitag. In Paris stieg Weizen beim Fronttermin marginal auf 183,00 EUR/mt, am Schwarzmeer blieb der Kurs bei 208,25 EUR/mt stehen. Während der WASDE-Report letzten Donnerstag mit weltweit um 1,2 % höher veranschlagter Welt-Weizenproduktion, in Australien von um 71 % höherer Produktion nach letztem Dürrejahr ausging, überwog in Westeuropa, am Schwarzmeer und Russland unter dem Strich ein 11 Mio. mt niedrigeres Ergebnis, was in der EU-28 mit einem Produktionsrückgang um 13,8 auf 141.000 Mio. mt, am Schwarzmeer per Saldo mit einem Plus von 2,8 Mio. mt einhergeht. Auf der globalen Nachfrageseite rechnetet das USDA mit schwachem Anstieg um 0,6 %, ohne China sogar nur um 0,1 %. Die Welt-Weizenbestände steigen gegenüber Vorjahr um 6,8 % auf den Rekordwert von 316,1 Mio. mt. In der EU-28 macht sich die kleinere Weizenernte dagegen in geringeren Beständen von 11,6 statt 13,1 Mio. mt bemerkbar, am Schwarzmeer sollen die Endbestände 2020-21 von 10,65 auf 13,13 Mio. mt zunehmen. Am Schwarzmeer ist Weizen auf keinen Fall knapp. Russland und Kasachstan sitzen aber am längeren Hebel.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
186,00 |
-1,00 |
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Creil FOB |
176,00 |
-2,00 |
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Hamburg DDP |
198,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
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Rheinland DDP |
199,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
200,00 |
0,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
202,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
200,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Bäckereien klagen über zu niedrige Umsätze und gestiegene Kosten
Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm wüteten seit Freitag über weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens, was mit Niederschlagsmengen von 20 bis 60 l/qm, lokal von sogar 100 l/qm, für Lagergetreide gesorgt haben dürfte. Was bis dahin zu wenig an Regen fiel, ging am Wochenende im Übermaß nieder. Auch soll es die Woche regnerisch bleiben, was die Frage über Weizenqualitäten aufwirft. Dabei war die gesamte Osthälfte Deutschlands mehr von Starkregen betroffen als der Westen. Der Brückentag letzten Donnerstag verleitete viele Deutsche zum Kurzurlaub an die See und anderswohin, was sich positiv auf den Gastroverbrauch wie Cafés und Restaurants ausgewirkt haben dürfte. Die Lage bei Bäckereien bleibt jedoch vorerst angespannt, können Filialbetriebe wegen geringerer Sitzplatzangebote und weniger Kundenbesuche vielerorts keine ausreichenden Umsätze verbuchen, sind die Kosten durch Desinfektion und anderes stark gestiegen. In Urlaubsgebieten läuft der Umsatz offenbar besser.