Weizen: Unwetter tobten am Wochenende

15. Juni 2020 um 12:22 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte standen mit Ausnahme in den USA, wo es in den Great Plains trockenheiß werden soll, vermehrt unter Druck. In Westeuropa wüteten am Wochenende Unwetter mit Starkregen, Sturm und Hagel, besonders über der Osthälfte Deutschlands. Dabei gab es in einigen Regionen den gewünschten Niederschlag, in anderen fiel Regen im Übermaß, was, abgesehen von schlimmen Überschwemmungen, zu Lagergetreide geführt haben dürfte und damit die Frage über Weizenqualitäten aufwirft. Die Bäckereien klagen weiter über zu geringe Umsätze und gestiegene Kosten.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 5,02 USD/Bushel um 0,7 % fester als letzten Freitag. In Paris stieg Weizen beim Fronttermin marginal auf 183,00 EUR/mt, am Schwarzmeer blieb der Kurs bei 208,25 EUR/mt stehen. Während der WASDE-Report letzten Donnerstag mit weltweit um 1,2 % höher veranschlagter Welt-Weizenproduktion, in Australien von um 71 % höherer Produktion nach letztem Dürrejahr ausging, überwog in Westeuropa, am Schwarzmeer und Russland unter dem Strich ein 11 Mio. mt niedrigeres Ergebnis, was in der EU-28 mit einem Produktionsrückgang um 13,8 auf 141.000 Mio. mt, am Schwarzmeer per Saldo mit einem Plus von 2,8 Mio. mt einhergeht. Auf der globalen Nachfrageseite rechnetet das USDA mit schwachem Anstieg um 0,6 %, ohne China sogar nur um 0,1 %. Die Welt-Weizenbestände steigen gegenüber Vorjahr um 6,8 % auf den Rekordwert von 316,1 Mio. mt. In der EU-28 macht sich die kleinere Weizenernte dagegen in geringeren Beständen von 11,6 statt 13,1 Mio. mt bemerkbar, am Schwarzmeer sollen die Endbestände 2020-21 von 10,65 auf 13,13 Mio. mt zunehmen. Am Schwarzmeer ist Weizen auf keinen Fall knapp. Russland und Kasachstan sitzen aber am längeren Hebel.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

186,00

-1,00

Creil FOB

176,00

-2,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Bäckereien klagen über zu niedrige Umsätze und gestiegene Kosten  
Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm wüteten seit Freitag über weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens, was mit Niederschlagsmengen von 20 bis 60 l/qm, lokal von sogar 100 l/qm, für Lagergetreide gesorgt haben dürfte. Was bis dahin zu wenig an Regen fiel, ging am Wochenende im Übermaß nieder. Auch soll es die Woche regnerisch bleiben, was die Frage über Weizenqualitäten aufwirft. Dabei war die gesamte Osthälfte Deutschlands mehr von Starkregen betroffen als der Westen. Der Brückentag letzten Donnerstag verleitete viele Deutsche zum Kurzurlaub an die See und anderswohin, was sich positiv auf den Gastroverbrauch wie Cafés und Restaurants ausgewirkt haben dürfte. Die Lage bei Bäckereien bleibt jedoch vorerst angespannt, können Filialbetriebe wegen geringerer Sitzplatzangebote und weniger Kundenbesuche vielerorts keine ausreichenden Umsätze verbuchen, sind die Kosten durch Desinfektion und anderes stark gestiegen. In Urlaubsgebieten läuft der Umsatz offenbar besser.

 

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