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Weizen: In der Ukraine steigen die Prognosen

25. Juni 2020 11:52, Der AUDITOR
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FRANKFURT. Der Weizenmarkt geriet durch höhere Ernteprognosen am Schwarzmeer ins Wanken. Ukrainischer Weizen gab deutlich nach, auch Russlands Weizenpreise bröckeln spürbar. In Frankreich bestätigen sich bisher befürchtete Trockenschäden bei der Wintergerste weniger als erwartet.

Die Weizenmärkte zeigten am Morgen eher leichte Preisschwäche. Druck kam vom Schwarzmeer. Wegen ergiebiger Regenfälle im Juni haben sich die Aussichten auf höhere Weizenernten in der Ukraine und Russland deutlich verbessert. Dabei war die Ukrainian Grain Association (UGA) noch im Mai von 24 bis 25 Mio. mt Weizen in der Ukraine ausgegangen. Im Juni sind die Prognosen auf 26 bis 26,5 Mio. mt gestiegen. Deshalb waren zuletzt Käufer nicht mehr bereit, mehr als 190 bis 192 USD/mt Fob Odessa und anderen Exporthäfen für Liefertermine im Juli bis August zu zahlen, was 168,35 bis 170,00 EUR/mt entspräche. Die ukrainischen Weizen-Lagerbestände lagen mit 2,83 Mio. mt um 16,3 % unter dem Vorjahr. Für Russland erhöhte die Agentur IKAR ihre bisherige Prognose für die Ernte von 78,5 auf 79,5 Mio. mt, was die Schätzung des Agrarministeriums von 77 Mio. mt deutlich übertrifft. Danach wäre russischer Brotweizen mit 12 % RP zur Lieferung im August um 7,50 auf 199 USD/mt Fob Schwarzmeer gefallen. Nun erwarten die Wetterdienste eine Hitzewelle am Schwarzmeer, was die bald beginnende Ernte letztlich beschleunigen sollte.

Terminkurse -Weizen (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

480,50

-1,1 %

Matif  (EUR/mt)

177,00

0,0 %

Black Sea  (USD/mt)

197,50

0,3 %


Weizen-Kassamarkt

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

203,00

0,00

Hamburg DDP

196,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

189,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Holland CIF

200,00

0,00

Creil FOB

175,00

1,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

189,00

0,00

Quelle: Handel

Trockenschäden bestätigen sich kaum
In Frankreich wird der Beginn der Weizenernte in zwei Wochen erwartet. Die Gestenernte zeigt weiterhin ein heterogenes Bild mit zuletzt schwächeren Erträgen als im Vorjahr. Aber die Befürchtungen über Trockenschäden bestätigen sich nicht. Im Westen Deutschlands lief die Ernte von Baden-Württemberg bis ins südliche Rheinland. Die Ertragserwartungen waren laut Landwirtschaftskammer NRW gedämpft bis optimistisch. Womöglich wird die Weizenernte auch nicht so schlecht ausfallen wie befürchtet. In Deutschland wurde die neue Ernte bei B-Weizen bei 12,0 % RP mit 185 EUR/mt Franko Niederrhein, in Hamburg um 180 EUR/mt und am Oberrhein mit 175 EUR/mt bewertet.  

Weizenkleie-Kassamarkt

Weizenkleie (lose)

Parität

EUR/mt

Veränd.

EXW Rheinland

155,00

0,00

DDP Süd-Oldenburg

160,00

0,00

EXW Hildesheim

154,00

-1,50

Quelle: Handel

 

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