Weizen: Ukraine setzt Preis nach oben

20. Mai 2020 um 13:11 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Der US-Weizenmarkt startete fester in den neuen Handelstag. Im Fokus stand die Hammernachricht aus China über Strafzölle von 80,5 % für australische Gerste, die seit Dienstag in Kraft getreten sind. Die Wettermärkte in Westeuropa und Schwarzmeer haben den Weizenmarkt voll im Griff. In der Ukraine sollen 385.000 ha Winterfeldfrüchte, davon 150.000 mt Weizen, von irreversiblen Trockenschäden betroffen sein. Ob sich der bei uns um 10 EUR/mt niedriger erwartete neue Erntepreis für Weizen bestätigen wird, bleibt abzuwarten.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Mittag mit 4,98 USD/Bushel um 0,4 % höher als gestern. In Paris legte Weizen beim Fronttermin um 0,8 % auf 186 EUR/mt zu. Am Schwarzmeer stieg Weizen um 0,5 % auf 201 USD/mt. In den USA gab es Trockenschäden im US-Bundesstaat Colorado, wo der Weizenertrag um 11,5 % nach unten revidiert wurde. Im Fokus stand die Hammermeldung aus China über Strafzölle von 80,5 % für australische Gerste, die seit Dienstag in Kraft getreten sind. Laut Handel dürfte damit ein Importgeschäft von 1 Mrd. US-Dollar mit Australien gestoppt werden, wobei Braugerste betroffen ist, welche zur Bier-Herstellung benötigt wird. Beiden Staaten streiten seit über einem Jahr darüber, dass Australien seine Gerste aufgrund Subventionen zu Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt anbietet. Im Zuge der Corona-Krise hat sich der Konflikt zugespitzt. Ende April hatte der chinesische Botschafter in Canberra mit einem Boykott australischer Waren durch chinesische Verbraucher gedroht, nachdem sich Australien dafür ausgesprochen hatte, die Verantwortung Chinas für die globale Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu untersuchen. Die Zölle sollen fünf Jahre lang fortbestehen.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

187,00

0,00

Creil FOB

175,00

0,00

Hamburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Rheinland DDP

197,00

-1,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

201,00

1,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Wettermärkte bremsen erwarteten Preisrückgang
Wettermärkte in Westeuropa und Schwarzmeer haben den Weizenmarkt im Griff, sonst hätten die Preise angesichts höher erwarteter Welt-Weizenernte längst nachgegeben. Der EU-Prognosedienst MARS ermittelte mit 5,72 mt/Hektar einen Ertragsrückgang um 4,7 % zum Vorjahr. Der Analyst Tallage hat angesichts der Trockenheit in Teilen Europas seine Prognose für die EU-Weichweizenernte (inklusive Großbritannien) auf 132,9 Mio. mt zurückgenommen. Das wären 13,6 Mio. mt Weizen weniger als im Vorjahr. Frankreich und Großbritannien werden jeweils 5 Mio. mt, Dänemark gut 800.000 mt, Schweden 500.000 mt und Deutschland 700.000 mt weniger Weizen ernten. In der Ukraine sollen 385.000 ha Winterfeldfrüchte, davon 150.000 mt Weizen, von irreversiblen Trockenschäden betroffen sein. Das USDA hat im Mai die ukrainische Weizenernte nur um 1 Mio. mt auf 28 Mio. mt abgesenkt. Laut Ukrainian Grain Association (UGA) soll diese von 28,3 auf 25,8 Mio. mt sinken. SovEcon schätzte Russlands Weizenernte dagegen auf 81,2 Mio. mt hoch, gegenüber 74,5 Mio. mt im Vorjahr. Der neue Ernte-Preis wird bei uns 10 EUR/mt niedriger erwartet, das ist aber noch nicht sicher.

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