Weizen: Ukraine lockert Exportbegrenzung

18. Mai 2020 um 11:23 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte standen in den USA unter Druck, tendierten in Westeuropa fester und am Schwarzmeer stabil. Der US-Handel erwartet starken Wettbewerbsdruck beim Export wegen steigender Weizenvorräte weltweit. In Westeuropa unterstützt trockenwarmes Wetter die Befürchtungen über Ernteausfälle in Nordfrankreich, Norddeutschland und dem Baltic-Raum. Am Wochenende soll es aber Regen geben. Kiew lockert die Exportbeschränkungen für Getreide.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 4,99 USD/Bushel marginal schwächer als letzten Freitag. In Paris legte der Fronttermin um 0,8 % auf 186,50 EUR/mt zu. Am Schwarzmeer blieb Weizen bei 200,50 USD/mt stehen. In den USA verlor der Weizenmarkt aus Wochensicht gut 4 %, soviel wie seit einem Monat nicht mehr. Die Kurse wurden durch steigende Welt-Weizenvorräte und mehr Wettbewerbsdruck im Exportgeschäft belastet. Die FOB-Preise für Hard Red Winter lagen zuletzt deutlich unter denen vergleichbarer Erzeugnisse aus Frankreich und der Ukraine, so die Experten von Brugler Marketing & Management. Am letzten Freitag lag HRW-Weizen bei 199,15 USD/mt, Mahlweizen in Frankreich bei 204,40 USD/t und in ukrainischer Weizen bei 220,50 USD/t Fob Exporthafen. Auch wirkte das schwache Exportergebnis von 203.500 mt US-Weizen letzte Woche nach, gut 28 % unter dem vierwöchigen Mittel.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

189,00

1,00

Creil FOB

177,00

1,00

Hamburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Geringere Mehlnachfrage durch fehlenden Gastrobereich belastet Markt
In Westeuropa stieg das Preisniveau leicht an. FranceAgriMer senkte die Erntebewertung für Weizen um weitere 2 auf 55 % gut bis exzellente Pflanzen. Das Niederschlagsdefizit blieb in Nordfrankreich bestehen. Das französische Analystenhaus Tallage hat angesichts der Trockenheit in Teilen Europas seine Prognose für die EU-Weichweizenernte inklusive Großbritannien auf 132,9 Mio. mt zurückgenommen, was 2,1 Mio. mt niedriger als die April-Schätzung läge und 13,6 Mio. mt weniger als im Vorjahr wäre. Bei uns hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Weizenernte um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 22,0 Mio. mt nach unten revidiert. Laut Destatis wurde die deutsche Weizenanbaufläche um 7 % auf 2,84 Mio. Hektar gesenkt. Am Schwarzmeer läuft der Weizenexport in üblichem Umfang. Die Ukraine exportierte letzte Woche 400.000 mt Weizen, seit Saisonbeginn 19,8 Mio. mt. Die Exportbeschränkung aufgrund der Corona-Krise wurde zwar von der Regierung auf 20,2 Mio. mt fixiert, zuletzt hieß es aber, die Börden würden dies nicht zu streng limitieren. Russland hat letzte Woche 450.000 mt Weizen im Export verladen. Moskau hatte den Export seit 1. April auf 5,5 Mio. mt begrenzt, laut Handel ständen danach noch 1,5 Mio. mt Getreide für den Export zur Verfügung.

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