Weizen: Die Übersicht über Qualitäten fällt schwer
8. August 2019 um 10:55 ,
Der AUDITOR
Dabei befestigte sich mit Blick zunächst in die USA der Fronttermin für US-Weizen in Chicago um über 3 Cent auf knapp 4,90 US-Dollar je Bushel. Den Wochenexport von US-Weizen, der am Nachmittag veröffentlich wird, schätzte der US-Handel auf 250.000-300.000 mt. Letzten Donnerstag erreichte der Export 383.100 mt. Japan gab gestern die Ausschreibung von 114.793 mt Weichweizen bekannt, die heute endet. Die Handelseinschätzung zur US-Weizenernte lag gestern bei 1,927 Mrd. Bushel (WASDE-Report Juli: 1,921), die Endbestände für US-Weizen werden bei 998,5 Mio. Bushel erwartet. Die Niederschläge waren in den nördliche Plains und im Corn Belt niedriger als erwartet.
In Westeuropa gaben die Weizenpreise erneut leicht nach. Der Fronttermin in Paris fiel am Morgen auf 170 EUR/mt. Die hohe französische Weizenernte, die von Agreste um 1,2 Mio. mt gegenüber Juli auf 38,2 Mio. mt angehoben wurde, im Vergleich zu 34 Mio. mt im Vorjahr, bedeutet ein Plus von 5,2 Mio. mt. Aber die französische Qualität hielt nach bisherigen Verladungen nicht die erwartete Qualität. Laut süddeutschem Handel lagen Rohprotein und Hektolitergewicht bei Verladungen von Mahlweizen an Mosel und Rhein um 0,9 % niedriger als im Vorjahr. Französischer Mahlweizen wurde danach zuletzt um 160 EUR/mt Fob Mosel und Oberrhein angeboten. Die deutsche Weizenernte fällt heterogen aus, was Hektolitergewicht und Rohproteingehalt angeht. Ein süddeutscher Händler schätzt bundesweit den Rohproteingehalt von Weizen um ein Dreiviertelprozent geringer ein als im Vorjahr. In Regionen, mit höheren Erträgen, sinken Protein und Hektolitergewicht. In Deutschland war die Ernte laut Handel zu 85 % abgeschlossen. Handelseinschätzungen zur deutschen Weizenernte liegen bei 23-23,5 Mio. mt, gut 15 % über dem Vorjahr. Polens Weizenernte war zu 70 % beendet. Laut Analysten von Sparks Polska kann die Weizenernte Polens 10,7 Mio. mt erreichen, gut 8% mehr als im Vorjahr. Auf der Suche nach guten Qualitäten führt der Weg dieses Jahr offenbar in baltische Staaten, wo Standardweizen mit 12-12,5 % Protein zu einem günstigen Preis von um 152,35 EUR/mt ab Station Vilnius gehandelt werden. Polnische Ursprünge kosteten um 156,70 EUR ab Station Slaski und 158,90 EUR ab Zachodni. Hiesige Mühlen wollen weiterhin nur eine Prämie von 2 EUR/mt über Matif bezahlen. Futterweizen wurde zuletzt um 165 EUR/mt FRANKO Niederrhein, gut 172 EUR/mt Südoldenburg und 160 EUR/mt FOB Oberrhein gehandelt.
Die Ukraine exportierte vom 1. Juli bis 6. August 1,575 Mio. mt Weizen, gut 447.000 mt bzw. 44 % mehr als im Vorjahr. Russlands Weizenqualität soll besser ausfallen als im Vorjahr. Laut russischer Überwachungsbehörde soll der Anteil der Weizenklassen 1-4 mit 78,4 % den Vorjahreswert deutlich übertreffen. Bessere Exportchancen für EU-Weizen könnten sich nach Marokko ergeben, wo laut Nachrichtendienst Reuters die Getreideernte dürrebedingt um 50 % zurückfiel, nur 2,38 Mio. mt Weizen geerntet wurden.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
165,00 |
-1,00 |
|
La Pallice |
164,00 |
-1,00 |
|
Creil |
160,00 |
-2,00 |
|
Hamburg |
171,00 |
-1,00 |
|
Westfalen |
171,50 |
-1,00 |
|
Rheinland |
169,00 |
-2,00 |
|
Oberrhein |
165,00 |
-2,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
156,19 |
-0,72 |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.200 |
34.010 |
|
Deutschland |
12,85 |
20.264 |
|
VK |
15.286 |
14.086 |
|
Polen |
10.733 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.500 |
8.404 |
|
EU-28 |
141.468 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
52.300 |
51.300 |
|
Kanada |
32.100 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.000 |
19.500 |
|
Australien |
21.200 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
74.200 |
71.700 |
|
Ukraine |
29.000 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.900 |
13.900 |
|
EU-28 |
149.100 |
139.000 |
|
Welt |
771.600 |
731.700 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.