Weizen: Tiefrote Spuren in Chicago
14. Mai 2020 um 11:20 ,
Der AUDITOR
Der WASDE-Report hinterließ heute Morgen tiefrote Spuren im Markt. Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 4,99 USD/Bushel um 4,5 % schwächer als gestern. In Paris gab der Fronttermin um 1,4 % auf 184,00 EUR/mt nach. Am Schwarzmeer verlor Weizen dagegen lediglich um 0,3 % auf 200,50 USD/mt. Es war eine Mischung aus negativer Verbrauchserwartung bei Weizen und Mehl, durch den fehlenden Gastroverbrauch infolge der Covid19-Pandemie, in den USA ähnlich wie in Westeuropa, sowie dem globalen Produktionsrekord von 768 Mio. mt Weizen im WASDE-Report. Die Welt-Weizenvorräte steigen danach um 5,0 % auf 310,12 Mio. mt. In den USA fiel Weizen unter die psychologisch wichtige 5-Dollar-Marke, hieß es. Für Westeuropa wichtig, die Weizenernte Russlands steigt um 4,76 % auf 77,0 Mio. mt. Der Rückgang der ukrainischen Weitenernte fällt mit 28,0 Mio. mt nur 4 % geringer aus. Die EU-Weizenernte wird zwar mit 143,00Mio. mt um 7,6 % niedriger veranschlagt, aber die EU-Weizenvorräte liegen mit 13,05 Mio. mt um 3 Mio. mt über der Aprilprognose. Die Absatzrisiken wegen Quarantänen und Absatzeinbruch im Gastrobereich ist derzeit kaum am Markt zu kompensieren, hieß es beim Handel.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
|
B-Weizen (12/220/76) |
||
|
Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Rouen FOB |
181,00 |
-2,00 |
|
Creil FOB |
175,00 |
-2,00 |
|
Hamburg DDP |
204,00 |
0,00 |
|
Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
|
Rheinland DDP |
198,00 |
0,00 |
|
Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
|
Futterweizen (72/73) |
||
|
Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
|
Holland CIF |
198,00 |
0,00 |
|
Süd-Oldenburg DDP |
200,00 |
0,00 |
|
Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
|
Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Geringere Mehlnachfrage durch fehlenden Gastrobereich belastet Markt
Frankreichs Handel teilte heute Morgen mit, dass Algerien gestern 600.000 mt Weizen gekauft hat, davon 480.000 mt wohl aus Frankreich zum Preis von 218 USD/mt Cost & Freight zur Lieferung von Juli bis August. Gleichzeitig hob FranceAgrimer seine Exportprognose um 100.000 mt auf 13,3 Mio. mt Weizen an, wobei der Lagerbestand mit 2,9 Mio. mt um 300.000 mt höher als im Vormonat bewertet wurde. Geringere Mehlnachfrage und weniger Futterweizenabsatz wegen preiswerterem Körnermais waren die Gründe. Back- und Mühlenindustrie hielten sich mit Neugeschäft zurück, weil der Verbrauch über den Gastrobereich fehlt, keiner an eine schnelle Erholung der Branche glaubt. Selbst Versuche von Bäckereien, über 30 % Preisnachlass mehr Kunden im Steh-Cafe oder Bistro zu ködern, hatte überhaupt keinen Erfolg, hieß es. Deshalb gab französischer Weizen am Kassamarkt um 2 EUR/mt nach. Auch der Preiseinbruch für Schweinefleisch, bedingt durch Teilschließungen von Schlachtunternehmen, die wegen positiv getesteter Mitarbeiter beim Corona-Virus weniger Fleisch verarbeiteten, belastete den Markt.