Weizen: Stay-at-Home-Bestellungen treiben die Märkte

12. April 2020 um 14:16 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten sich vor Ostern erneut fester. Die Stay-at-Home-Bestellungen haben in Nordamerika und in Westeuropa ohnehin zu weiter anhaltenden Nachfrage nach Mehl und Teigwaren geführt. Viele Mühlen werden nachdecken müssen, hieß es aus Deutschland und Frankreich. Der Export in Norddeutschland hält die Preisforderungen deutlich oben. Der WASDE-Report war leicht bearish, konnte dem Markt derzeit aber nichts anhaben.

Die Weizenmärkte hielten sich kurz vor Ostern und danach auf stabilem bis steigendem Niveau. Paris notierte mit 198 EUR/mt fester als vor den Festtagen. Auch in Chicago lag der Fronttermin mit 5,56 USD/Bushel deutlicher höher. In den USA hieß es, die Stay-at-Home-Bestellungen hätten vor den Festtagen zu einem Ansturm von Brot- und Teigwaren geführt, so dass die Mühlen bereits Weizennachkäufe signalisiert hätten. Exportseitig verkaufte Russland 60.000 mt Weizen nach Saudi-Arabien. Rumänien Regierung kündigte an, Weizenverkäufe auf die EU-Binnennachfrage zu begrenzen. Aus Frankreich war zu hören, dass gute Mehlnachfrage der Mühlen zu und nach dem Ostergeschäft die Einkäufer zu weiteren Weizennachkäufen veranlasst haben. Wegen der Ausgangssperre haben sich privaten Haushalte dort verstärkt mit Mehl und Teigwaren bevorratet. Die starke Exportnachfrage nach Weizen in Norddeutschland, Polen und im Baltikum lässt die Verfügbarkeit von Weizen immer weiter sinken, hieß es beim Handel. Nicht umsonst legten Weizenpreise in Norddeutschland und am Niederrhein erneut um gut 2 EUR/mt zu.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

A-Weizen (13/250/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg DDP

204,00

3,00

Ostsee FOB

204,00

3,00

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

194,00

2,00

La Pallice FOB

194,00

2,00

Creil FOB

187,00

2,00

Hamburg DDP

203,00

2,00

Westfalen DDP

199,00

1,00

Rheinland DDP

200,00

2,00

Oberrhein FOB

191,00

1,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

1,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

WASDE-Report lässt die Märkte diesmal kalt
Der WASDE-Report war im Prinzip bearish, hatte aber bis dahin wenig Einfluss auf den Weizenmarkt. Stark vermindert wurden wegen der Corona-Pandemie die Erwartungen über den weltweiten Verbrauch um 5,2 auf 749,8 Mio. mt. Entsprechend stieg die Prognose über die globalen Endbestände per 31. Mai 2020 um 5,6 auf 292,8 Mio. mt. Vor allem Russland soll mit 33,5 gut 1,5 Mio. mt weniger exportieren als noch im März erwartet wurde. Die EU-Weizenexporte wurden jedoch um 1,5 Mio. mt auf 33,5 Mio. mt angehoben. Vielmehr Sorge bereitet dem Handel die zunehmende Trockenheit am Schwarzmeer und auch in Teilen Westeuropas. Während der Handel in Russland immer noch von einer Weizenernte von 78 Mio. mt ausging, im Vergleich zu 73,5 Mio. mt im Vorjahr, soll die ukrainische Weizenernte von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken, dies teilte die Ukrainian Grain Association (UGA) mit.

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