Weizen: Saudi-Arabien senkt Qualitätskriterien
9. August 2019 um 10:20 ,
Der AUDITOR
Dabei reflektierten der Kursanstieg beim Fronttermin heute Morgen auf gut 4,98 US-Dollar je Bushel gute Exportentwicklung für US-Weizen und trockenheiße Wetterprognosen für US-Mais, die auch den Weizenmarkt stützten. Die USA exportierten in der Woche bis 1. August 487.672 mt Weizen, um 27 % mehr als in der Woche und 53 % höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. China kaufte dabei 60.000 mt Sommerweizen aus den USA, was den Markt überraschte. Japan kaufte gestern 114.783 mt Weizen, davon 54.625 mt US-amerikanischen Ursprungs.
In der EU dominierten zwei Themen den Markt. Erstens senkt Saudi-Arabien die Qualitätskriterien für den Import von Weizen, wodurch Exporte vom Schwarzmeer, insbesondere Russlands, begünstigt würden und Frankreichs Handel Nachteile erwartet. Saudi-Arabien will seine Importregeln für Weizeneinfuhren erleichtern, teilt die staatliche Getreideagentur Sago gegenüber Reuters mit. Dabei geht es um die bisherige „Null-Toleranz“, die Exporte vom Schwarzmeer erschwerten. Zweitens rechnet der Prognosedienst der EU-Kommission MARS damit, dass die jüngste Hitzewelle in West- und Mitteleuropa die Maisbestände geschädigt hat, mit Folge niedrigerer Erträge, was sich stabilisierend auf den Weizenmarkt auswirkte. Davon sind Teile Spaniens, Nordfrankreichs, Nordwestdeutschlands, die Baltic-Staaten und der Süden Polens betroffen. Hohe Niederschläge verzeichneten dagegen die Nordhälfte Rumäniens, Ungarn, Slowakei und der Westteil der Ukraine. In Frankreich belastet die hohe französische Weizenernte, die von Agreste um 1,2 Mio. mt gegenüber Juli auf 38,2 Mio. mt angehoben wurde, im Vergleich zu 34 Mio. mt im Vorjahr, den Markt. Ebenso gestaltet sich der EU-Weizenexport schwierig. Laut EU-Kommission exportierte Brüssel bis 4. August nur 929.123 mt Weichweizen gegenüber 1.401.784 mt im Vorjahr, was ein Minus von 32,7 % ergab.
Die Weizenqualitäten Frankreichs halten nicht ganz die hohen Erwartungen. Laut süddeutschem Handel lagen Rohprotein und Hektolitergewicht bei Verladungen von Mahlweizen an Mosel und Rhein um 0,9 % niedriger als im Vorjahr. Französischer Futter- und Mahlweizen wird danach um 160 EUR/mt Fob Mosel und Oberrhein angeboten. Den durchschnittlichen Rohproteingehalt der deutschen Weizenernte veranschlagt Süddeutschlands Handel um ein Dreiviertelprozent niedriger als im Vorjahr. Die Erwartungen zur deutschen Weizenernte liegen bei 23-23,5 Mio. mt, gut 15 % über dem Vorjahr. Polens Weizenernte war zu 70 % beendet. Laut Analysten von Sparks Polska kann Polens Weizenernte 10,7 Mio. mt erreichen, gut 8 % mehr als im Vorjahr. Am Kassamarkt notierte Mahlweizen in Rouen gestern bei 170 EUR/mt und in Creil bei 162 EUR/mt FOB. Am Ober- und Niederrhein wurden 165 bzw. 171 EUR/mt FRANKO Mühle mittgeteilt. Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein und gut 173 EUR/mt FRANKO Südoldenburg gehandelt. Litauischer Weizen soll bei guter Qualität um 3 bis 3,50 EUR/mt günstiger am Niederrhein angeboten werden. Polnische Ursprünge kosteten um 156,70 EUR ab Station Slaski und 158,90 EUR ab Zachodni. Hiesige Mühlen wollen weiterhin nur eine Prämie von 2 EUR/mt über Matif bezahlen.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP *12,5 RP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen |
170,00 |
0,00 |
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La Pallice |
165,00 |
1,00 |
|
Creil |
160,00 |
0,00 |
|
Hamburg |
171,00 |
0,00 |
|
Westfalen |
171,00 |
0,00 |
|
Rheinland |
169,00 |
0,00 |
|
Oberrhein |
165,00 |
0,00 |
|
Dresden |
- |
- |
|
Russland* |
- |
- |
|
Ukraine |
156,20 |
0,00 |
|
Argentinien |
- |
- |
EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
38.200 |
34.010 |
|
Deutschland |
12,85 |
20.264 |
|
VK |
15.286 |
14.086 |
|
Polen |
10.733 |
9.615 |
|
Rumänien |
7.500 |
8.404 |
|
EU-28 |
141.468 |
129.703 |
Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)
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Welt-Weizenernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
52.300 |
51.300 |
|
Kanada |
32.100 |
31.800 |
|
Argentinien |
20.000 |
19.500 |
|
Australien |
21.200 |
17.300 |
|
China |
132.000 |
131.400 |
|
Indien |
101.200 |
99.900 |
|
Russland |
74.200 |
71.700 |
|
Ukraine |
29.000 |
25.100 |
|
Kasachstan |
13.900 |
13.900 |
|
EU-28 |
149.100 |
139.000 |
|
Welt |
771.600 |
731.700 |
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.