Weizen: Roadmap zur neuen Einkaufskampagne

17. Juni 2020 um 12:00 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die neuen Weizenernten rücken näher. Durch Hochdruckeinfluss sollen die Temperaturen in Westeuropa und Russland steigen, wodurch sich die Erntetermine verfrühen könnten. Die anlaufende Futtergerstenernte ab nächstem Wochenende liefert den ersten Vorgeschmack dafür, wie sich die neue Ernte entwickeln könnte. Dabei gibt es gravierende Unterschiede zum Vorjahr, die Einkäufer im Auge behalten sollten.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 4,93 USD/Bushel um 2,6 % schwächer als gestern. In Paris sank Weizen beim Fronttermin um 0,7 % auf 180,00 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,8 % auf 200,5 EUR/mt. In den USA zeigt die Winterweizenernte heterogene, in zentralen und südlichen Anbaugebieten meist höhere Erträge als erwartet. In westlichen Anbaugebieten war es zu trocken, dürfte aber die Weizenernte dort beschleunigen. In Westkanada, besonders in der Provinz Alberta, leiden die Weizenbestände unter zu viel Nässe, was noch Erntekorrekturen bedingen könnte. In Westeuropa und Russland hat der Regen die Ertragsaussichten verbessert, hieß es. Dort soll nächste Woche der Hochsommer mit trockenheißer Witterung zurückkehren, was mit Blick auf die nahende Weizenernte den Erntetermin um gut eine Woche verfrühen könnte. Die Regierung in Moskau plant zum Start in die neue Saison keine Exportbeschränkungen, wodurch zum Saisonstart mit hohem Exportdruck von dort zu rechnen ist, meinte der Handel. Umfangreichen Regenfälle veranlassten die ukrainische Regierung, ihre Prognose für die Getreideernte um 3 auf 68 Mio. mt anzuheben.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

181,00

-3,00

Creil FOB

171,00

-3,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

-2,00

Westfalen DDP

199,00

-1,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Rouen FOB

181,00

-3,00

Quelle: Handel

Wechselwirkungen vom Getreideangebot für Weizen
In Frankreich und Süddeutschland soll die Gerstenernte nach Hochdruckeinfluss am nächsten Wochenende beginnen. Die Erträge werden heterogener eingeschätzt als im Vorjahr, je nachdem, wo mehr Regen niederging. Spaniens laufende Gerstenernte soll mit 9,8 Mio. mt um 43 % höher ausfallen als im Vorjahr, auch Litauen legt dabei 16 % zu. Frankreichs Gerstenernte dürfte mit 12,73 Mio. mt um 7,4 %, Deutschlands mit 11,49 Mio. mt um 1,5 % sinken. Bulgariens Gerstenernte wird 11 % kleiner veranschlagt. Dies bedeutet, dass der Druck zur Gerstenernte in Deutschland und Frankreich geringer ausfallen dürfte, mit weniger Auswirkungen vom Futtermittelsektor auf den Weizenmarkt. Dies zeigt das sehr stabile Preisniveau bei Futterweizen. Richtung Herbst könnte der Weizenmarkt doch durch zwei Faktoren einbrechen. Die hohe Maisernte in den USA, in Frankreich und in der Ukraine. Zum Jahreswechsel drückt dann ein gigantisches Weizenangebot Australiens auf den Markt. Dies könnte Erzeuger veranlassen, Weizenbestände noch vor dem Jahreswechsel abzustoßen. Zuletzt wurde B-Weizen aus neuer Ernte um 10 EUR/mt niedriger bewertet.

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