Weizen: Relax beim Lockdown bringt Markt in Fahrt

6. Mai 2020 um 12:36 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte tendierten in den USA leicht stabiler, in Westeuropa deutlich fester, auch am Schwarzmeer zog Weizen nach oben. Die Branche macht Lockerungen beim Shutdown für die gute Stimmung am Markt verantwortlich, stehen Öffnungen des Gastrobereichs, von Hotels, damit auch die Möglichkeit, bald wieder in Deutschland verreisen zu können, unmittelbar bevor. Die Prognosen französischer Wetterdienste über die Rückkehr von trockenwarmem Wetter über Nordfrankreich und Nordeuropa für die nächsten Tage kochte die Befürchtungen über Trockenschäden wieder hoch.

In Chicago startete Weizen mit leichten Kursgewinnen. Dabei notierte US-Weizen am Vormittag mit 5,21 USD/Bushel um 0,9 % fester als gestern. In Paris legte der Fronttermin um 2,8 % auf 201,25 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,6 % auf 217,25 USD/mt zu. In Hamburg stieg der Kassakurs für B-Weizen auf 206 EUR/mt franko Mühle. Die Lockerungen beim Shutdown heben die Stimmung bei Handel, Bäckereien und Backindustrie, stehen Öffnungen des Gastrobereichs, von Hotels, damit auch die Möglichkeit, bald wieder in Deutschland vereisen zu können, unmittelbar bevor. Dabei konzentriert sich die Touristikbranche auf das nahe Pfingstgeschäft und die Sommer-Urlaubsaison ohnehin. Die Bundesländer machen Lockerungen und Beschränkungen von der Zahl der Covid19-Neuinfektionen in einzelnen Landkreisen abhängig. Der zweite wichtige Faktor blieb das Wetter. Die Prognosen französischer Wetterdienste über die Rückkehr von trockenwarmem Wetter über Nordfrankreich und Nordeuropa für die nächsten Tage kochte die Befürchtungen über Trockenschäden bei Weizen wieder hoch. Auch dass die EU-Kommission ihre Prognose für die Weizenexporte 2019-20 um knapp 2 Mio. mt auf 31,8 Mio. mt nach angehoben hat, trieb den Markt.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

182,00

1,00

Creil FOB

176,00

1,00

Hamburg DDP

206,00

4,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

200,00

2,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

2,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

1,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Risiko schwächerer Ernten Nordeuropas wächst
Nach Einschätzung des US-Handels sind laut WASDE-Report im April zwar die globalen Weizenendbestände auf ein Allzeithoch gestiegen, aber die Überschüsse lagern in China und Indien. Dabei hält China 51 % der globalen Weizenbestände. Indien dürfte wegen mangelnder Logistik und verlängertem Lockdown kaum in der Lage sein, die anstehende Rekordernte von offiziell auf 106 Mio. mt, vom Handel auf 111 Mio. mt geschätzt, annährend zu exportieren. In den USA senkte IEG Vantage seine Prognose zur US-Weizenernte um 2,6 %. Kräftige Regenfälle sollen indes in der östlichen Ukraine und im südlichen Russland niedergehen. Dort war es in den vergangenen Wochen besonders trocken gewesen. Der Internationale Getreiderat (IGC) hatte für Russland eine Weizenernte von 79 Mio. mt, gut 5,5 Mio. mt über dem Vorjahr, in der Ukraine von 26,5 Mio. mt, rund 2,5 Mio. mt darunter, prognostiziert. Noch lässt sich schwer vorhersagen, ob die Weizenernten am Schwarzmeer tatsächlich weiter von Trockenschäden betroffen sein werden. Das Risiko zurückgehender Ernten in Nordwesteuropa steigt aber.

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