Weizen: Regenmacher am Schwarzmeer

15. April 2020 um 12:27 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte gaben in den USA spürbar, in Westeuropa eher moderat nach, während am Schwarzmeer die Kurse nach oben zogen. In den USA schockierte der starke Einbruch bei der Fleischnachfrage den Markt, was auch Futtermittelmärkte unter Druck setzte. Den Zuschlag für den Ägyptentender erhielt Russland, was den französischen Markt belastete. Mehr in den Fokus gerieten die Wettermärkte, kündigten Meteorologen eine zweite Regenwelle für den zu trockenen Schwarzmeerraum an. Dies könnte für leichten Abwärtstrend bei Weizen sorgen. Der Eurokurs legte gegenüber den US-Dollar etwas zu.

Paris notierte bei Weizen mit 197 EUR/mt um 0,6 %, Chicago mit 5,38 USD/Bushel sogar um 2,9 % niedriger als gestern. Einzig am Schwarzmeer stieg der Fronttermin um 2,0 % auf 227 USD/mt. In den USA schockierte zunächst der von der Rabobank attestiert Einbruch des Fleischkonsums um 30 % im März, ebenso im Nachbarland Kanada, den Markt. Das weltgrößte Schweineschlachtunternehmen Smithfield Foods gab Ostern die unbefristete Schließung eines seiner größten US-Werke in Sioux Falls, North Dakota, bekannt. Im Vorjahr war die Nachfrage nach US-Schweinefleisch stark gestiegen, da China aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mehr davon abgenommen hatte. Die US-Fleischindustrie hatte als Folge die Produktion in Erwartung zunehmender Einkäufe Chinas erheblich ausgeweitet. Die Einführung von Quarantänen, zuerst in China, dann in den USA, verringerte jedoch die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern, was sich auch nachteilig auf die Futtermittelnachfrage ausgewirkt hat. Auch die starke Bevorratungswelle mit Mehl und Teigwaren flaute in Nordamerika wieder ab. Einzig die US-Sommerweizenaussaat blieb mit 5 % Fortgang um 4 Prozentpunkte hinter dem Vorjahr zurück. Die Exportinspektion lag mit 609.000 mt über den Markterwartungen, wobei das Gros der Exportverladungen die Pazifikküste betraf.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

194,00

-1,00

La Pallice FOB

194,00

-1,00

Creil FOB

187,00

-1,00

Hamburg DDP

202,00

-1,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

-1,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Regen am Schwarzmeer
In Frankreich startete der Weizenhandel am Morgen mit leichten Kursverlusten. Der Zuschlag für den Ägyptentender von lediglich 120.000 mt, gut 800.000 mt waren erwartet worden, fiel an Russland. Der Preis hierfür soll bei 249,45 USD/mt Cost& Freight gelegen haben, gut 14 USD/mt teurer als beim Februar-Tender. Trotzdem laufen die EU-Weizenexporte auf hohem Tempo, mit 26,7 Mio. mt liegen diese um 68 % über dem Vorjahr. Beim Getreide rückte der Wettermarkt wieder stärker in den Fokus. Regenfälle, die gestern in der nördlichen Ukraine und in Zentralrussland niedergingen, waren zwar unzureichend. Aber eine zweite Regenfront soll auf den Süden Russlands, weite Teile der Ukraine und Rumäniens am Wochenende treffen. Auch in Deutschland sind die Böden vielerorts zu trocken, nachdem der April bisher ein heftiges Niederschlagsdefizit im Mittel von 3 % der üblichen Menge zeigte. Trotzdem rechnet der Handel im Wochenverlauf mit leicht nachgebenden Weizenpreisen, weil die Inlandsnachfrage spürbar abkühlte.

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