Weizen: Regenfälle senken Preiserwartungen

1. Mai 2020 um 15:50 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte gaben nach den Regenfällen in Westeuropa und am Schwarzmeer etwas nach. US-Präsident Donald Trump behauptete, Beweise für die Herkunft des Corona-Virus aus einem chinesischen Labor zu haben und plane daher Vergeltung. Der Internationale Getreiderat (IGC) senkt seine Prognose zur Welt-Weizenernte, aber auch zum Verbrauch, wodurch die Lagerbestände sinken könnten. Die Baltic-Länder starten mit niedrigeren Preisangeboten in die neue Kampagne.

Die Weizenmärkte tendierten in Westeuropa nach den Regenfällen schwächer, in den USA gaben die Kurse nach kurzzeitiger Erholung wieder nach. Dabei blieb die MATIF wegen des Feiertages am 1. Mai geschlossen. In Chicago gab der Kurs am Nachmittag wieder auf 5,25 USD/Bushel leicht nach. In den USA übertraf der Wochenexport mit 467.400 mt das sehr niedrige Vorwochenergebnis um 91 %. Der US-Handel äußerte starke Bedenken, was die Erfüllung Chinas beim Phase1-Abkommen angeht. In Peking sei angesichts der Corona-Pandemie die Erfüllung des Phase1-Abkommens mit den USA in den Hintergrund geraten, hieß es. US-Präsident Donald Trump plane bereits Vergeltung gegen China. Trump behauptete, Beweise für die Herkunft des Corona-Virus aus einem chinesischen Labor zu haben. In den USA waren 1,07 Mio. Menschen mit dem Virus infiziert. Die ganze Welt kämpft gegen das Coronavirus, die USA sind massiv betroffen.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

189,00

0,00

Creil FOB

183,00

0,00

Hamburg DDP

203,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Baltic-Länder erwarten leichten Preisrückgang
Teils kräftige Regenfälle haben in Westeuropa und auch am Schwarzmeer für Druck an den internationalen Weizenmärkten gesorgt. In den Baltic-Ländern wären die Kassaprämien zur neuen Ernte spürbar abgeschmolzen, hieß es beim Handel. Dabei wären Minusprämien von 4 bis 5 EUR/mt für Weizen aus der neuen Ernte im Gespräch, also Fob-Preise deutlicher unter 180 EUR/mt. Dabei rechnet der Handel aber damit, dass wegen Exportquoten und -beschränkungen am Schwarzmeer der Weizenexport zur neuen Saison eher zögerlich starten dürfte. Im Fokus stand auch die neue Prognose des Internationale Getreiderat (IGC). Dabei haben die Experten ihre Schätzung zur Welt-Weizenerzeugung 2020/21 wegen Trockenheit am Schwarzmeer um 4 auf 764 Mio. mt revidiert. Auch der Verbrauch soll pandemiebedingt um 5 auf 755 Mio. mt sinken. Dadurch bauen sich die Welt-Weizenvorräte um 6 auf 289 Mio. mt auf. Die EU-27 soll 131,7 Mio. mt Weizen ernten, Russland 79 Mio. mt und die Ukraine trockenheitsbedingt 26,5 Mio. mt.

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