Weizen: Protektionismus am Schwarzmeer wächst
27. April 2020 um 12:05 ,
Der AUDITOR
Paris notierte Weizen am Vormittag mit 197,75 EUR/mt um 0,8 % schwächer, Chicago mit 5,23 USD/Bushel 4,5 % niedriger als gestern. Drei Faktoren drückten den Kurs: Die Aussicht auf mehr Niederschläge in Europa, in Teilen der Schwarzmeer-Region sowie Regenfälle im US-Bundessstaat Kansas. Der schwache Wochenexport bei US-Weizen mit 244.700 mt um 22 % unter dem vierwöchigen Mittel. Die Tatsache, dass die USA bis 1. Juni noch 4,8 Mio. mt Weizen exportieren müssten, um das Exportziel des USDA zu erfüllen, was wenig realistisch erscheint. Darüber hinaus meldete Moskau, dass die eingeräumte Exportquote von 7 Mio. mt erreicht wäre, mit Exportzertifikaten von 4 Mio. mt im April und 3 Mio. mt im Mai bis Juni. In Kiew laufen die verfügbaren Exportmengen für Weizen aus, wurde dort ein Exportziel von 20,2 Mio. mt gesetzt. Obendrein hat die ukrainische Regierung angekündigt, den Maisexport auf 29,3 Mio. mt zu begrenzen. Eine Entscheidung darüber soll heute fallen. Käme es so, stünden nur 3 Mio. mt Mais für die restliche Saison zur Verfügung. Dies könnte auch Weizen zur kommenden Ernte unterstützen. Marktstützend wirkte die Weizenausschreibung für 655.000 mt nach Saudi-Arabien und lässt auf weitere Exportaktivitäten hoffen.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
190,00 |
-4,00 |
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Creil FOB |
184,00 |
-4,00 |
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Hamburg DDP |
204,00 |
-4,00 |
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Westfalen DDP |
200,00 |
-2,00 |
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Rheinland DDP |
200,00 |
-1,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
-1,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
200,00 |
-1,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
201,00 |
-1,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
-1,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
-1,00 |
Quelle: Handel
Neue Ernte auf Termin September um 5 bis 8 EUR/mt günstiger
In Frankreich startete Weizen mit 4 EUR/mt Preisverlust in die neue Woche. Dies, obwohl FranceAgrimer die Bewertung der Winterweizenernte auf 58 % gut bis ausgezeichneter Pflanzenbestände herabsetzte, gegenüber 61 % in der Vorwoche. Trockenheit nördlich der Loire ist der Grund. Die EU-Kommission erwartet eine EU-Weichweizenernte von gut 126 Mio. mt im Vergleich zu 131 Mio. mt im Vorjahr. Die Gerstenernte soll von 55,1 Mio. mt im Vorjahr auf 54,3 Mio. mt zurückgehen. Die deutsche Weizenernte dürfte laut DRV auf knapp 22,3 Mio. mt kommen und das Vorjahresergebnis um 500.000 mt verfehlen. Insgesamt bewertet der Handel die Versorgungslage an den internationalen Getreidemärkten als sehr gut. Allein in Europa wird über Trockenheit geklagt. Hier sind für die kommenden Tage allerdings Niederschläge vorhergesagt, so dass sich die Lage etwas entspannen sollte. Zuletzt wurde B-Weizen für September mit 195 EUR/mt franko Rheinland Futterweizen mit 192 EU/mt DDP Holland bewertet.