Weizen: Preise geben nach
19. Mai 2020 um 13:02 ,
Der AUDITOR
Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 4,97 USD/Bushel um 0,5 % schwächer als gestern. In Paris gab Weizen beim Fronttermin um 1,4 % auf 184,00 EUR/mt nach. Am Schwarzmeer blieb Weizen bei 200,00 USD/mt stehen. In den USA standen Exportkontrolle und Crop Progress Report im Fokus. Die Bonitierung der US-Winterweizen-Feldbestände blieb mit 53 % gut bis exzellente Pflanzen um 13 Prozentpunkte unter dem Vorjahr, jedoch um 1 Prozentpunkt schwächer als zur Vorwoche. Die US-Sommerweizenaussaat war zu 60 % abgeschlossen, drei Prozentpunkte hinter dem Vorjahr und zwanzig unter dem Fünf-Jahresmittel. Die Exportinspektion für US-Weizen lag bei 440.822 mt, was die Vorwoche übertraf. Der Kursverlauf in Chicago wurde durch ansteigende Welt-Weizenvorräte belastet. Am letzten Freitag lag HRW-Weizen bei 199,15 USD/mt, Mahlweizen in Frankreich bei 204,40 USD/t und ukrainischer Weizen bei 220,50 USD/t Fob Exporthafen. Seitdem haben die Preise um 1 % nachgeben. China eskalierte die Spannungen mit Australien, indem es Antidumping- und Antisubventionszölle in Höhe von 80,5 % für australische Gerstenimporte ab dem 19. Mai ankündigte, was ein Milliardengeschäft stoppen dürfte. Die Zölle sollen fünf Jahre lang fortbestehen.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
187,00 |
-2,00 |
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Creil FOB |
175,00 |
-2,00 |
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Hamburg DDP |
202,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
0,00 |
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Rheinland DDP |
198,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
199,00 |
0,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
200,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Ernte-Entwicklung in der Ukraine bleibt spannend
Die EU-Weizenexporte entwickelten sich weiterhin gut. Mit 30,256 Mio. mt sind bereits 64 % mehr Weizen exportiert worden als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Weizenfeldbestände entwickelten sich jedoch schwächer. FranceAgriMer senkte die Erntebewertung für Weizen um weitere 2 auf 55 % gut bis exzellente Pflanzen. Der EU-Prognosedienst MARS ermittelte mit 5,72 mt/Hektar einen Ertragsrückgang um 4,7 % zum Vorjahr. Im Fokus stand auch die kommende ukrainische Weizenernte. Kiew geht von rund 385.000 Hektar Winterfeldfrüchten aus, davon 150.000 Hektar Winterweizen, auf denen die Trockenschäden irreversibel hoch sind. Die Ukraine exportierte letzte Woche 400.000 mt Weizen, seit Saisonbeginn 19,8 Mio. mt. Die Exportbeschränkung aufgrund der Corona-Krise wurde von Kiew auf 20,2 Mio. mt fixiert. Zuletzt hieß es, die Behörden würden dies nicht zu streng limitieren. Moskau hatte den Export seit 1. April auf 5,5 Mio. mt begrenzt, laut Handel ständen noch 1,5 Mio. mt für den Getreideexport zur Verfügung. SovEcon schätzte Russlands Weizenernte auf 81,2 Mio. mt gegenüber 74,5 Mio. mt im Vorjahr.