Weizen: Preisabkühlung in Frankreich

24. April 2020 um 12:27 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte tendierten in Westeuropa schwächer, am Schwarzmeer etwas fester, in den USA seitwärts. Trockenheit in Südrussland und Osthälfte der Ukraine treiben den Markt derzeit. In Westeuropa kühlte der Markt herunter, nachdem Meteorologen ergiebige Regenfälle fürs Wochenende oder kurz danach rundherum um Deutschland prognostizierten. Beim Export gab es gestern eine Weizenausschreibung für 655.000 mt nach Saudi-Arabien. Neue Erntepreise kommen zum Vorschein.

Paris notierte Weizen am Vormittag mit 199,25 EUR/mt um 2 % schwächer, Chicago mit 5,48 USD/Bushel marginal fester als gestern. Dabei blieben die Vorgaben aus den USA schwach. Das Ergebnis beim Wochenexport für US-Weizen lag mit 244.700 mt um 22 % unter dem vierwöchigen Mittel. Der Exportstand für US-Weizen erreichte zuletzt 21,96 Mio. mt. Danach müssten die USA bis 1. Juni noch 4,8 Mio. mt Weizen exportieren, um das Exportziel des USDA zu erfüllen. Die Preistreiber blieben die Trockenheit und Exportquoten am Schwarzmeer. In Russlands Süden sind die Gebiete Krasnodar, Stawropol und Rostow von Trockenheit betroffen, in Zentralrussland und Wolgaregion hat es in letzter Zeit ziemlich heftig geregnet. In der Ukraine besteht ein Niederschlagsdefizit im Ost- und Südteil der Ukraine. Russland dürfte aus heutiger Sicht mit 77 Mio. mt trotzdem 4,7 % mehr, die Ukraine mit 26 Mio. mt jedoch 9 % weniger Weizen ernten. Russlands Exportquote von 7 Mio. mt für das 2. Quartal war gestern zu 50 % ausgeschöpft. Die Ukraine hatte bis 17. April 18,56 Mio. mt Weizen exportiert, Kiew hatte ein Exportziel von 20,2 Mio. mt gesetzt. Exportquoten und Export-Limits waren lange bekannt. Dass die Mengen so schnell ausgeschöpft würden, überraschte den Handel. Die verfügbare Exportmenge könnte Mitte bis Ende Mai bereits erfüllt sein.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

194,00

-4,00

Creil FOB

188,00

-4,00

Hamburg DDP

209,00

2,00

Westfalen DDP

202,00

0,00

Rheinland DDP

201,00

-1,00

Oberrhein FOB

192,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

201,00

-4,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

-2,00

Westfalen DDP

200,00

-3,00

Oberrhein FOB

192,00

0,00

Quelle: Handel

Neue Erntepreise im Gespräch
In Frankreich zeigte B-Weizen am Kassamarkt einen Kurseinbruch von 4 EUR/mt. Regen war der Grund. Die erwarteten Regenfälle am Wochenende sollen Deutschland nur im äußersten Süden streifen, jedoch in Frankreich, Polen und Litauen ergiebige Niederschläge bringen, was die Lage am Weizenmarkt entschärfen sollte. Bei den Mühlen ging der Mehlabsatz wegen hoher Bevorratung der Backwarenindustrie zurück. Bäckereien und Backwarenhersteller zogen sich wegen vorerst unsicherer Marktaussichten beim Mehlgeschäft zurück. Für den Septembertermin wird B-Weizen am Niederrhein für 197 EUR/mt offeriert, gut 5 Euro niedriger als für den Apriltermin. Aus heutiger Sicht soll die EU-27, ohne Großbritannien, mit 124,5 Mio. mt rund 4,1 % weniger Weichweizen dreschen. Laut französischem Handel besteht viel Unsicherheit, was die Nachfrage angeht, da die Kaufkraft in vielen Importländern sinkt. Beim Export gab es gestern eine Weizenausschreibung für 655.000 mt nach Saudi-Arabien.

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