Weizen: Osteuropäische Offerten im Preisvergleich

14. August 2019 um 10:57 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenkurse stehen weiterhin im Abwärtstrend. Jedoch konnte US-Weizen wegen schlechterer Beurteilungen beim Crop Progress Report und gutem Ergebnis bei der Exportinspektion leicht zulegen. Interessant bleibt die Preisentwicklung in Osteuropa.

In den USA notierte der Fronttermin in Chicago heute Morgen bei 4,76 US-Dollar je Bushel um 4 Cent höher als am Vortag. In Paris sank der Kurs jedoch um 1 EUR/mt auf 166,25 EUR/mt. Die Exportinspektion mit 688.978 mt US-Weizen, gut 65,5 % mehr als in der Vorwoche und um 41,4 % höher als im Vorjahr, unterstützte festere Preistendenz in den USA. Weil die US-Sommerweizenernte mit nur 8 % Fortgang um 22 % hinter dem Durchschnitt zurückfiel, auch die Bonitierung um 4 auf 69 % gut-exzellenter Pflanzen zurückging, reagierte der Markt mit leichtem Preisaufschlag für US-Sommerweizen. Die Wetterlage blieb im Corn Belt trocken, in den nördlichen Plains soll es mehr Regen geben. US-Präsident Donald Trump forderte Japan auf, seine Weizen- und Sojakäufe deutlich zu steigern, was im Markt auf geteilte Meinung stieß. Die nächste Gesprächsrunde zwischen Trump und Xi soll nun doch bereits in zwei Wochen stattfinden, wodurch sich die Lage beim Zollkonflikt mit China leicht entspannte. Die Beurteilung der Weizenernten beim WASDE-Report blieb eher neutral, während die für Mais bearish ausfiel.

In Westeuropa gab Weizen weiter nach. Dabei sanken die Preise für Mahlweizen heute Morgen um 1 EUR/mt auf 168 EUR/mt FOB Rouen und 160 EUR/mt FOB Creil. Am Ober- und Niederrhein wurden 165 bzw. 170 EUR/mt FRANKO Mühle, in Hamburg 170 EUR/mt mitgeteilt. Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein und 174 EUR/mt FRANKO Südoldenburg gehandelt. Dabei gab der französische Handel den Exportpreis für Standardweizen mit 186 US-Dollar je mt, für B-Weizen aus Deutschland mit 192 US-Dollar je mt FOB Seehäfen an. Trotzdem ist Deutschland gegenüber Offerten vom Schwarzmeer und den Baltic-Staaten kaum wettbewerbsfähig. Dabei soll Mahlweizen mit 12 % Rohprotein aus Litauen um 152 EUR/mt ab Station angeboten werden. Polnischer Mahlweizen wurde zu Preisen von 154,50 EUR/mt ab Station Slaski und 157,25 EUR/mt ab Zachodni angeboten. Russische Offerten lagen heute Morgen zwischen 147-152 EUR/mt FCA Krasnodar bei Mindestabnahme von 540 mt.

Die Weizenqualität scheint sehr heterogen auszufallen, aber die Hektolitergewichte liegen allesamt im grünen Bereich, hieß es vom Handel. Die westlichen Anbaugebiete Frankreichs zeigen Rohproteingehalte von 10,5-11,5 %, östliche dagegen 11,5-12,5 %. In Deutschland veranschlagt Süddeutschlands Handel den Rohproteingehalt um ein Dreiviertelprozent niedriger als im Vorjahr. Ob spät gedroschener Weizen in Norddeutschland die Werte halten kann, muss abgewartet werden. Zum Wochenende soll es mehr Regen in Westeuropa, aber heftige Unwetter in Südosteuropa geben. Sorgen bereiten die geänderten Einfuhrbestimmungen Saudi-Arabiens, ermöglicht dies, nach Lockerung der Qualitätskriterien, die Einfuhr von russischen Weizen dorthin.

 

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP  *12,5 RP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

168,00

-1,00

La Pallice

167,00

-1,00

Creil

160,00

-1,00

Hamburg

170,00

-2,00

Westfalen

170,00

-1,00

Rheinland

167,00

-1,00

Oberrhein

165,00

0,00

Dresden

-

-

Russland*

-

-

Ukraine

156,30

0,00

Argentinien

-

-

 

EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

38.200

34.010

Deutschland

12,85

20.264

VK

15.286

14.086

Polen

10.733

9.615

Rumänien

7.500

8.404

EU-28

141.468

129.703

 

Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Weizenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

53.890

51.300

Kanada

33.300

31.800

Argentinien

20.500

19.500

Australien

21.000

17.300

China

132.000

131.400

Indien

101.200

99.900

Russland

73.000

71.700

Ukraine

29.200

25.100

Kasachstan

13.900

13.900

EU-28

150.000

139.000

Welt

768.070

730.550


Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.

 

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