Weizen: Mittagsmärkte wieder etwas fester

18. Juni 2020 um 13:09 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten am Mittag leicht steigende Tendenzen. Gute Erntefortschritte in den USA, aber rekordhohe Neuinfektionen mit dem Coronavirus belasten die Marktszene. Am Schwarzmeer bleiben die Ernteerwartungen höher, die Exportaussichten der Ukraine sind besser als befürchtet. Der Exportmarkt meldet sich zurück und die neue Ernte zeigt Preis-Konturen.

In den USA gaben gutes Erntewetter und vergleichsweise höhere Erträge in den südlichen Gebieten des US-Bundesstaats Kansas den Ausschlag für schwächere Kursverläufe in Chicago. Auch rekordhohe Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den sechs US-Bundesstaaten Arizona, Florida, Oklahoma, Oregon, Texas und Nevada belasteten den Markt, könnten die Gouverneure der Staaten erneut wirtschaftlich einschränkende Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie verhängen. Auch die Ernten am Schwarzmeer standen im Fokus. Russlands Getreideexporte sollen erst in der zweiten Saisonhälfte Exportquoten unterworfen werden, die Moskau im Dezember festlegen will. Das bedeutet bei einer von Russlands Exportverband veranschlagter Weizenernte von 75 Mio. mt, Analysten gehen von 77 bis 78 Mio. mt aus, einen Anstieg um 1,9 % zum Vorjahr, wenn nicht noch mehr und damit höheren Exportdruck als im Vorjahr. Die ukrainische Getreideernte soll mit 68 Mio. mt das Vorjahresergebnis von 75,8 Mio. mt um 10,3 % verfehlen. Gleichzeitig sollen nach Einschätzung der Ukraine Grain-Association (UGA) die Ausfuhren bei rund 20,5 Mio. mt liegen. Weizen wird am Schwarzmeer nicht knapp.

Weizen-Kassamarkt (Bewertungen ex Ernte)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

-

-

Creil FOB

-

-

Hamburg DDP

188,00

-

Rheinland DDP

187,00

-

Neuss DDP

182,00

-

Oberrhein FOB

179,00

-

Futterweizen (72/73)

Holland CIF

185,00

-

Süd-Oldenburg DDP

185,00

-

Hamburg DDP

188,00

 

Westfalen DDP

185,00

-

Oberrhein FOB

175,00

-

Quelle: Handel

Hochdruckeinfluss sorgt bald wieder für trockenwarmes Wetter
Die ägyptische GASC hat eine Weizenausschreibung über 55.000 bis 60.000 mt Weichweizen bekanntgeben. Äthiopien will 400.000 mt Mahlweizen kaufen. Auch Tunesien und Jordanien warten auf günstigere Preisechancen beim Weizenimport. Der DRV rechnet mit einer deutschen Weizenernte von 22,21 Mio. mt, was 3,7 % Rückgang zum Vorjahr bedeutet. Dabei fokussiert der Markt auf die neue Ernte, soll es in den nächsten Tagen eine Mischung aus unregelmäßigem Regen und Sonnenschein geben, bevor sich am Wochenende ein schwacher Hochdruckkamm bildet, der sich bis nächste Woche ausdehnen soll. Das bedeutet vor allem eine etwas frühere Weizenernte. Dabei rechnet der Handel mit eher heterogenen Qualitäten aufgrund unterschiedlicher Wasserversorgung der Böden, die sich geografisch über Niederschlags- und Trockenindexkarten einschätzen lässt. Die neue Ernte wird für Mahl- und Futterweizen vom Handel bisher um 12 bis 15 EUR/mt unter den aktuellen Junipreisen bewertet.

 

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