Weizen: Meteorologen erwarten neue Hitzewelle

5. Juni 2020 um 11:50 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte schossen deutlich nach oben. Von Meteorologen vorhergesagte Hitzewellen im Süden der USA, in der Zentral-Ukraine und in Süd-Russland treiben die Weizenkurse nach oben. Handelseinschätzungen gehen davon aus, dass die Weizenernten in Westeuropa und am Schwarzmeer nochmals nach unten korrigiert werden, weil auch die Niederschläge im Mai zu niedrig blieben und die vorhergesagte Hitzewelle zu weiteren Ernteeinbußen führe wird. Der gestiegene Eurokurs kann den Preisanstieg am Schwarzmeer nur wenig kompensieren.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 526,75 USD/Bushel erneut um 1,9 % fester als gestern. In Paris stieg Weizen beim Fronttermin um 1,4 % auf 187,50 EUR/mt, am Schwarzmeer um 2,2 % auf 208,75 EUR/mt. Wettermeldungen über weitere Hitzewellen im Süden des Mittleren Westens, in Süd-Russlands und Teilen der Ukraine haben in Chicago und am Schwarzmeer zu soliden Kursgewinnen bei Weizen geführt. Stark reagierte die Börse in Kansas mit Kursaufschlägen von 3,2 %. Der wöchentliche Export von US-Weizen lag mit 179.500 mt für nun beendete Saison 2019-20 (per 31. Mai) und 437.300 mt für 2020-21 am oberen Ende der Erwartungsskala des Handels. Grund ist die Kursschwäche beim US-Dollar. Die Exportverladungen erreichen 752.800 mt, das war der drittgrößte Wochenexport in der abgelaufenen Saison der USA. Im WJ 2019-20 exportieren die USA danach 23,3 Mio. mt Weizen, was um 7 % unter der USDA-Prognose blieb, im Vergleich zu 25,48 Mio. mt in 2018-19. Nach Handelseinschätzungen könnte die Weizenernte in der EU, Russland und der Ukraine noch weiter nach unten korrigiert werden, wenn sich trockene Hitze in Westeuropa und am Schwarzmeer bestätigen sollte. Aufgrund der schlechten Ernten im Iran, Sudan und in Ägypten dürfte die Importnachfrage dorthin steigen. Unklar bleibt, wie stark die Regierungen dort staatliche Weizenkäufe wegen der wirtschaftlichen Folgen durch erste Covid19-Pandemiewelle unterstützten wird.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

188,00

2,00

Creil FOB

177,00

2,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Weizenpreise ziehen an
In Westeuropa befestigte sich Weizen am französischen Kassamarkt um 2 EUR/mt zu. Dies verwunderte, weil der Eurokurs heute Morgen um 1,4 % auf 1,375 USD stieg, wodurch sich Importpreise verbilligen. Aber der ukrainische Weizenpreis legte um gut 2 % zu, weil der Handel mit höherem Futterweizenanteil rechnete, zuletzt Wettermeldungen über Hitze von 30 °C in der Zentral-Ukraine und 35 °C im russischen Kuban für Kursanstieg sorgten, weil die Trockenschäden höher werden dürften. Für Bäckereien und Backindustrie könnte dies bedeuten, dass der Weizen- und Mehlpreis in Richtung neuer Ernte weiter zulegen wird. Dies könnte stärkere Kaufanreize der Verbraucher im Backbereich konterkarieren, weil ein möglicher Mehlpreisanstieg den Vorteil der Mehrwertsteuer-Senkung durch das beschlossene Konjunkturpaket der Bundesregierung wieder aufzehren würde. Am Weizenmarkt ist vorerst ein festerer Preistrend nicht mehr auszuschließen.

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