Weizen: Mehlpreise werden steigen

25. März 2020 um 12:22 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte legten international eine Verschnaufpause ein. In den USA soll ein 2 Billionen US-Dollar schweres Konjunkturprogramm die US-Wirtschaft bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützen, ist die Zahl der Infizierten dort bedrohlich angestiegen. Trotzdem legte der Eurokurs in der EU zu, was Importpreise für Weizen, soweit verfügbar, verbilligte. In Deutschland dürfte der Mehlpreis wegen angezogener Weizenpreise und höherer Logistikkosten steigen, darauf muss sich der Lebensmitteleinzelhandel und auch die Backwarenindustrie einstellen, hieß es aus der Branche.

Die Weizenkurse starteten heute Morgen in Frankreich um 2 EUR/mt, in Hamburg und an der Rheinschiene gut 3 EUR/mt schwächer in den Handelstag. Frankreichs Handel begründete den Preisrückgang mit einem auf über 1,08 USD/EUR gestiegenen Eurokurs, der Importweizen verbilligte. Aber von einer Preiswende kann keine Rede sein. Zunehmende Quarantänen in den USA, in Kanada, in Argentinien, in Russland und in Indien, machen die Verfügbarkeit von Weizen international schwieriger. Hinzu kommt, dass der Verbrauch des Lebensmittelhandels auch bei Brot- und Teigwaren in vielen Ländern zweistellig zugenommen hat. Nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Handelsmühlen werden die Logistikkosten für Mehl steigen, wenn die Covid19-Pandemie sich weiter verbreitet, weil der Aufwand für geänderte Schichten, Schutzvorkehrungen, höhere Verpackungskosten steigt. Auch die Weizenpreise sind beträchtlich gestiegen, was sich auf höhere Mehlkosten niederschlägt. Die Lage im Frachtverkehr hat sich normalisiert, der Lieferverkehr nach Polen läuft inzwischen reibungslos, auch Kleie-Lieferungen nach Holland können ohne Staus passieren. Die Hamsterkäufe von Verbrauchern bei Mehl und haltbaren Back- und Teigwaren halten an. Mühlen berichten über zwei bis dreifach so hohe Mengenabnahmen bei Typen- und Spezialmehlen. Dabei ging die Branche von etwa eineinhalbfach gestiegenen Mehlabnahmen in den letzten vierzehn Tagen aus. Dies dürfte sich nivellieren, sobald die Haushalte genügend Vorräte aufgebaut haben. Dabei wachsen die Bäume sicher nicht in den Himmel, haben nach Verbandsangaben Haushaltsmehle in Kleinverpackungen nur 5 % Anteil an der Gesamtvermahlung in Deutschland.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

191,00

-2,00

La Pallice FOB

191,00

-2,00

Creil FOB

186,00

0,00

Hamburg DDP

198,00

-2,00

Westfalen DDP

195,00

-3,00

Rheinland DDP

194,00

-3,00

Oberrhein FOB

190,00

3,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

-2,00

Süd-Oldenburg DDP

196,00

-3,00

Westfalen DDP

196,00

-3,00

Neuss DDP

192,00

-1,00

Oberrhein FOB

187,00

-1,00

Quelle: Handel

Leicht gestiegenes Weizen-Angebot in Süddeutschland
Nachdem die Weizenpreise in Frankreich und Deutschland wieder etwas nachgegeben haben, kommt laut Handel wieder mehr Weizen aus der hiesigen Landwirtschaft auf den Markt. Dabei sind die Weizenbestände in Süddeutschland beträchtlich höher als im Norden und besonders Nordwesten Deutschlands. Große Teile der alten Ernte sind in der Landwirtschaft über Handel und Mühlen bereits kontrahiert. Für die neue Ernte gibt es kaum Verkaufsinteresse, weil die Erzeuger steigende Preise wegen der Pandemie und niedriger EU-Weizenernte erwarten. Auch die internationale Nachfrage blieb hoch, werden nach Algerien und Marokko wegen schlechter eigener Ernten höhere Importkäufe erwartet, hatte Marokko zuletzt die Aussetzung des Importzolls für weitere 45 Tage bis 15. Juni verlängert.

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