Weizen: Maghreb-Länder wälzen höhere Transportversicherung an Exporteure ab
9. April 2020 um 11:27 ,
Der AUDITOR
Die Weizenmärkte hielten sich kurz vor Ostern auf stabilem Preisniveau. Dabei konnte zwar US-Weizen mit 5,47 USD/Bushel das Vortagesniveau nicht halten, aber in Paris notierte der Fronttermin bei 197,25 EUR/mt erneut um 1,5 % höher, während am Schwarzmeer der Kurs mit 221 USD/mt stabil blieb. Aus Frankreich war zu hören, dass die Mühlenbachfrage nach Weizen wieder abgenommen hat, weil die Panikkäufe der Verbraucher bei Mehl nachgelassen haben. Schwerer wiegt derzeit, dass wichtige Weizenimportländer wie Algerien und Ägypten ihre Ausschreibungen zurückgezogen haben, weil sie die gestiegenen Kosten für Transportversicherungen wegen zunehmender Quarantänen auf die Exporteure abwälzen wollen. Ein Beispiel hierfür liefert Ägyptens GASC, die nur Kontrakte mit Frachtklausel Cost & Freight anstelle Fob akzeptieren soll. Auch Äthiopien hat den Tender über 400.000 mt auf den 23. April verschoben und eine weitere Ausschreibung von 200.000 mt für den 15. April angekündigt. Jordanien soll am Ostermontag ein Kaufgesuch über 120.000 mt Weichweizen für Liefertermin September bis Oktober präsentieren. Dies unterstützte den Markt wieder nach oben.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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A-Weizen (13/250/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Hamburg DDP |
201,00 |
1,00 |
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Ostsee FOB |
201,00 |
1,00 |
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
192,00 |
1,00 |
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La Pallice FOB |
192,00 |
1,00 |
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Creil FOB |
185,00 |
1,00 |
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Hamburg DDP |
201,00 |
2,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
2,00 |
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Rheinland DDP |
198,00 |
5,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
1,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
199,00 |
2,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
200,00 |
2,00 |
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Westfalen DDP |
198,00 |
2,00 |
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Neuss DDP |
193,00 |
2,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
1,00 |
Quelle: Handel
Exportquoten am Schwarzmeer
Im Fokus standen weiterhin die Entwicklungen am Schwarzmeer. Die zunehmende Trockenheit lässt Befürchtungen über schwächere Erträge in Teilen Russlands und in der Ukraine erwarten. Während der Handel in Russland immer noch von einer Weizenernte von 78 Mio. mt ausging, im Vergleich zu 73,5 Mio. mt im Vorjahr, soll die ukrainische Weizenernte von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken, dies teilte die Ukrainian Grain Association (UGA) mit. Um die heimische Versorgung wegen der Covid19-Pandemie sicherzustellen, wurden dort Exportquoten festgelegt. Russland beschränkt den Getreideexport bis 30. Juni auf 7 Mio. mt Getreide, die Ukraine auf 2,3 Mio. mt Weizen und Kasachstan begrenzt den Monatsexport auf 200.000 mt Weizen und 70.000 mt Mehl, was Exporteuren aus der EU und den USA zugutekommt. In Westeuropa stand die französische Anbaufläche für Weizen im Fokus, die mit 4,6 Mio. ha um 7,5 % unter das Vorjahr sinkt. Dies spricht erfahrungsgemäß für einen festeren Weizenmarkt auch in Deutschland, wenn günstigere Partien aus Frankreich fehlen.