Weizen: Maghreb-Länder wälzen höhere Transportversicherung an Exporteure ab

9. April 2020 um 11:27 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten kurz vor Ostern leichte Schwächetendenz in den USA und Kanada, jedoch steigende Preise in Westeuropa sowie einen Preisstillstand am Schwarzmeer. Die eingeführten Exportquoten in Russland, der Ukraine und in Kasachstan haben offenbar die Importeure doch etwas irritiert. Wegen zunehmender Covid19-Quarantänen wälzen die Maghreb-Länder gestiegene Kosten für Transportversicherungen an die Exporteure ab. Während die EU-Weizenexporte in die nächste Runde gingen, flaute das Mehlgeschäft in Frankreich und Deutschland etwas ab.

Die Weizenmärkte hielten sich kurz vor Ostern auf stabilem Preisniveau. Dabei konnte zwar US-Weizen mit 5,47 USD/Bushel das Vortagesniveau nicht halten, aber in Paris notierte der Fronttermin bei 197,25 EUR/mt erneut um 1,5 % höher, während am Schwarzmeer der Kurs mit 221 USD/mt stabil blieb. Aus Frankreich war zu hören, dass die Mühlenbachfrage nach Weizen wieder abgenommen hat, weil die Panikkäufe der Verbraucher bei Mehl nachgelassen haben. Schwerer wiegt derzeit, dass wichtige Weizenimportländer wie Algerien und Ägypten ihre Ausschreibungen zurückgezogen haben, weil sie die gestiegenen Kosten für Transportversicherungen wegen zunehmender Quarantänen auf die Exporteure abwälzen wollen. Ein Beispiel hierfür liefert Ägyptens GASC, die nur Kontrakte mit Frachtklausel Cost & Freight anstelle Fob akzeptieren soll. Auch Äthiopien hat den Tender über 400.000 mt auf den 23. April verschoben und eine weitere Ausschreibung von 200.000 mt für den 15. April angekündigt. Jordanien soll am Ostermontag ein Kaufgesuch über 120.000 mt Weichweizen für Liefertermin September bis Oktober präsentieren. Dies unterstützte den Markt wieder nach oben.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

A-Weizen (13/250/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg DDP

201,00

1,00

Ostsee FOB

201,00

1,00

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

192,00

1,00

La Pallice FOB

192,00

1,00

Creil FOB

185,00

1,00

Hamburg DDP

201,00

2,00

Westfalen DDP

198,00

2,00

Rheinland DDP

198,00

5,00

Oberrhein FOB

191,00

1,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

2,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

2,00

Westfalen DDP

198,00

2,00

Neuss DDP

193,00

2,00

Oberrhein FOB

190,00

1,00

Quelle: Handel

Exportquoten am Schwarzmeer
Im Fokus standen weiterhin die Entwicklungen am Schwarzmeer. Die zunehmende Trockenheit lässt Befürchtungen über schwächere Erträge in Teilen Russlands und in der Ukraine erwarten. Während der Handel in Russland immer noch von einer Weizenernte von 78 Mio. mt ausging, im Vergleich zu 73,5 Mio. mt im Vorjahr, soll die ukrainische Weizenernte von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken, dies teilte die Ukrainian Grain Association (UGA) mit. Um die heimische Versorgung wegen der Covid19-Pandemie sicherzustellen, wurden dort Exportquoten festgelegt. Russland beschränkt den Getreideexport bis 30. Juni auf 7 Mio. mt Getreide, die Ukraine auf 2,3 Mio. mt Weizen und Kasachstan begrenzt den Monatsexport auf 200.000 mt Weizen und 70.000 mt Mehl, was Exporteuren aus der EU und den USA zugutekommt. In Westeuropa stand die französische Anbaufläche für Weizen im Fokus, die mit 4,6 Mio. ha um 7,5 % unter das Vorjahr sinkt. Dies spricht erfahrungsgemäß für einen festeren Weizenmarkt auch in Deutschland, wenn günstigere Partien aus Frankreich fehlen.

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