Weizen: Märkte gehen in den Krisenmodus

1. April 2020 um 12:59 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten spürbare Schwächetendenzen in den USA, nachdem die US-Farmer den Maisanbau trotz Ethanolkrise gewaltig hochfahren wollen, weil Anbaualternativen fehlen. Dies brachte auch US-Weizen unter Druck, obwohl die US-Weizenanbaufläche auf historisch tiefen Stand zurückfiel. In Westeuropa konnte sich Weizen nur knapp halten. Frankreichs Handel sah die Exportentwicklung etwas abgebremster als in den Vorwochen. Russland und Ukraine wollen den Weizen- und Mehlexport begrenzen.

Die Weizenmärkte tendierten in den USA und Westeuropa schwächer, nur am Schwarzmeer blieb der Markt stabil. Chicago verzeichnete bei Weizen ein Minus von 2,2 % auf 5,59 USD/Bushel, in Paris von 0,6 % auf 195,00 EUR/mt. In Frankreich startete der Markt auf gleichem Preisniveau wie gestern. Algerien kaufte gestern 250.000 mt Weichweizen aus Frankreich, was den Kursverlauf in Paris etwas stützten könnte. Dabei zeigte der Exportmarkt zuletzt, dass die Importeure aus den Maghreb-Ländern kleinere Mengen abrufen. In Frankreich sorgen weiterhin logistische Probleme für verzögerte Weizen- und Mehllieferungen. In Deutschland teilte der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit, dass die Mühlen ihre Kapazitäten in den Abfüllanlagen hochgefahren und teils ihre Produktionskapazitäten erweitert haben. Großkunden, an die fast 95 % der Ware geht, fragen auf leicht erhöhtem Niveau nach. Die Nachfrage nach Mehl-Kleinpackungen ist um das 1,5-fache gestiegen, macht am Gesamtmehlabsatz aber nur 5 % aus. Vom Lebensmitteleinzelhandel war zu erfahren, dass die Hamsterkäufe abgenommen haben, nachdem die Märkte schärfere Regel auf den Weg gebracht hätten. Lebensmittel dürfen nur noch in handelsüblichen Mengen abgegeben werden, hieß es. Neben Mehl-Haushaltspackungen und Toilettenpapier ist Hefe ein fast immer ausverkaufter Artikel.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

193,00

0,00

La Pallice FOB

193,00

0,00

Creil FOB

186,00

0,00

Hamburg DDP

200,00

-1,00

Westfalen DDP

198,00

-1,00

Rheinland DDP

197,00

-1,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

197,00

-1,00

Süd-Oldenburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

197,00

0,00

Neuss DDP

192,00

0,00

Oberrhein FOB

187,00

0,00

Quelle: Handel

USDA korrigiert US-Weizenbestände und US-Weizenanbau nach unten
In den USA fielen erwartungsgemäß die Quartalsbestände bei Weizen geringer aus als im Vorjahr. Das USDA veranschlagte die US-Weizenbestände per 1. März 2020 auf 1,4 Mrd. Bushel, um 8,3 % niedriger als vor einem Jahr, als die Bestände bei 1,593 Mrd. Bushel und im Jahr davor bei 1,840 Mrd. Bushel lagen. Das USDA geht davon aus, dass die US-Farmer in diesem Jahr auf 44,65 Mio. Acres Weizen angebaut haben, was um 1,2 % unter dem Vorjahr von 45,16 Mio. Acres liegen und den niedrigsten Stand seit einem Jahrhundert darstellen würde. Im Fokus standen weiterhin die gebremsten Ausfuhren bei Weizen und Mehl aus Russland und der Ukraine, was im Markt aber bereits eingepreist wurde. Die Verkaufsbereitschaft der hiesigen Landwirte für Weizenverkäufe zur neuen Ernte ist sehr verhalten, hieß es beim Handel, hoffen die Anbauer auf weiter steigende Preise.

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