Weizen: Lockerungen bei Lockdown beleben Gastrobereich in Holland

25. Mai 2020 um 12:51 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte standen heute unter Druck, bedingt durch verbreiteten Regen von Nord-Frankreich bis Rumänien. Niederschläge haben auch die Dürresituation in der Ukraine etwas entspannt, nur im Süden Russlands blieb die Lage kritisch, hieß es beim Handel. Die Lockerungen beim Lockdown zeigen bei unseren Nachbarn Holland und Belgien deutliche Belebungen im Gastro-Bereich. Mit Spannung erwartet der Handel die nahenden Pfingsttage und hofft auf weitere Umsatzbelebung. Aber das Ansteckungsrisiko mit Covid19 ist noch lange nicht gebannt.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 5,09 USD/Bushel um 0,3 % schwächer als letzten Freitag. In Paris gab Weizen beim Fronttermin um 1,0 % auf 188,25 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,8 % auf 203,00 EUR/mt nach. In den USA bleiben Börsen wegen des Memorial-Day-Feiertages heute geschlossen. Die Aussicht auf Regen in Teilen des MidWest und Gewinnmitnahmen setzten die Kurse in Chicago unter Druck. Zuletzt belief sich der Anteil gut bis exzellent entwickelte Pflanzen auf 52 % und mit Blick auf den Crop Progress Report am Dienstag dürfte das Ergebnis mindestens gehalten werden. Bei der Kansas Wheat Tour fiel die Produktionsvorschätzung mit 284,4 Mio. Bushel um 7 % geringer aus als im Vorjahr. Die Anleger rechneten wegen ergiebigeren Regenfällen und Kälteeinbrüchen am Schwarzmeer mit sinkenden Weizenkursen, was sich auch bestätigte. In der Ukraine soll laut UkrAgroConsult die kommende Weizenernte zwar nur 25,9 Mio. mt erreichen, gut 2 Mio. t weniger als das USDA schätzte. Der Analyst IKAR hatte seine Prognose zur russischen Weizenproduktion von 77,2 Mio. mt auf 76,2 Mio. mt gesenkt. Aktuell hätten die Niederschläge jedoch die Dürresituation in der Ukraine etwas entspannt, nur im Süden Russlands blieb die Lage kritisch, hieß es beim Handel.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

189,00

-2,00

Creil FOB

177,00

-1,00

Hamburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

1,00

Süd-Oldenburg DDP

201,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Handel hofft auf Umsatzbelebung
Auch am französischen Kassamarkt gab Weizen nach. Regenfälle von Nord-Frankreich bis nach Polen und Rumänien haben die Sorge über Trockenheitsschäden wieder etwas relativiert. FranceAgriMer hob jedenfalls sein Crop-Rating um zwei Prozentpunkte auf 57 % gut bis exzellente Pflanzen an. Auch in Deutschland und Polen dürfte Regen die Wachstumsbedingungen verbessert haben. Aber im Wochenverlauf soll wieder warmtrockene Witterung wetterbestimmend werden, was die Weizenpreise stabil halten könnte. Angespannt blieb die Situation in Großbritannien, wo die neue Ernte mit 10 Mio. mt um 6 Millionen kleiner ausfallen könnte als vergangenen Sommer. Die Lockerungen beim Lockdown zeigen bei unseren Nachbarn Holland und Belgien deutliche Belebungen im Gastro-Bereich, war der Urlauberzustrom auch aus Deutschland am letzten Wochenende enorm hoch, dürfen die Menschen dort ohne Schutzmasken-Pflicht einkaufen. Mit Spannung erwartet der Handel die nahenden Pfingsttage und hofft auf weitere Umsatzbelebung. Dabei bleiben die Ansteckungsrisiken mit Covid19 weiterhin bestehen.

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