Weizen: Liquidität bleibt das Hauptthema bei Bäckereien

16. Juni 2020 um 11:57 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten sich in den USA fester und in Westeuropa schwächer. Es wird eine andere Einkaufstrategie der Mühlen- und Backindustrie geben als im Vorjahr, dass gilt als sicher. Ausreichende Liquidität ist das wesentliche Thema. Der Spotmarkt wird an Bedeutung hinzugewinnen.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 5,06 USD/Bushel um 0,7 % fester als gestern. In Paris sank Weizen beim Fronttermin um 1 % auf 181,25 EUR/mt, am Schwarzmeer blieb der Kurs bei 208,25 EUR/mt stehen. In den USA trieben Short-Eindeckungen bei SRW-Weizen die Kurse in Chicago, während die für HRW-Weizen in Kansas nachgaben. Die US-Winterweizenernte war zu 15 % fortgeschritten, gegenüber 3 % in der Vorwoche. Die Exportinspektion für US-Weizen lag mit 441.031 mt um 15 % über der Vorwoche. Die Exportausschreibung über 1,08 Mio. mt Futtergerste nach Saudi-Arabien stützte auch den Weizenmarkt leicht. Aber die Besorgnis über die unsichere Nachfrage der Mühlen- und Backindustrie belastete weiterhin den Weizenmarkt. Dies vor dem Hintergrund einer möglichen zweiten Infektionswelle, welche die Wirtschaft in eine noch schlimmere Krise bringen könnte. Dabei sorgte das Wiederaufleben neuer Corona-Fälle in China mit 57 bestätigten Fällen in Peking für Aufsehen. Dies, nachdem Lockdown-Maßnahmen zuletzt stark gelockert worden waren, Chinas Regierung nach den Vorfällen in der Hauptstadt sofort einen strikten Lockdown verordnete, wie das in den USA und Westeuropa wohl schier unmöglich gewesen wäre, meint der Handel.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

185,00

-1,00

Creil FOB

174,00

-2,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Niedrigere Erntepreise im Visier 
Von Mühlen und Backbetrieben war nur zu hören, dass keiner das Risiko von höheren Lagerbeständen bei Weizen und Mehl in diesem Jahr eingehen will. Deshalb dürfte die Nachfrage in vielen Betrieben von der Hand in den Mund erfolgen. Denn die Wirtschaft lebt derzeit von gigantischer Liquidität, die von Regierungen und Zentralbanken in den Markt gepumpt werden. In den USA hat US-Präsident Donald Trump jüngst angekündigt, die US-Wirtschaft über ein Infrastruktur-Maßnahmenpaket von einer Billion US-Dollar stützen zu wollen. Mit Blick auf den westeuropäischen Weizenmarkt rechnet keiner mit Versorgungsengpässen, die auf eine kleinere EU-Weizenernte zuführen wären. Daran änderte auch nichts, dass der Prognose-Dienst der EU-Kommission, MARS, seine Ertragsschätzungen für Wintergetreide und Raps EU-weit um rund 2 % gesenkt hat. Vielmehr hängt die Preisentwicklung davon ab, wie hoch der Exportdruck Russlands nach voraussichtlich höherer Ernte als im Vorjahr ausfallen wird. Daher wird mit fallenden Weizenpreisen zur neuen Ernte gerechnet, weil die Nachfrage sich nach Weizen und Mehl nur zögerlich entwickeln dürfte, je nach Konjunktur-Ausblick.

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