Weizen: LEH kann Verluste im Gastrobereich nicht aufwiegen

17. April 2020 um 11:53 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte zeigten in den USA starken Abwärtstrend, weil der um 30 % eingesprochene Fleischkonsums in Nordamerika die Futtergetreidenachfrage spürbar einbremst. Der neue Ägyptentender in Höhe von 240.000 mt ging an Frankreich und Russland. Neue Verbrauchszahlen in der EU zeigen deutlich, dass Hamsterkäufe beim Lebensmitteleinzelhandel die Verluste im Gastobereich keineswegs ausgleichen konnten. Damit wird sich die Covid19-Pandemie unter dem Strich negativ auf den Weizen- und Mehlabsatz auswirken.

Paris notierte bei Weizen am Morgen mit 196,50 EUR/mt um 0,8 % höher, Chicago mit 5,27 USD/Bushel um 2,8 % niedriger als gestern. Am Schwarzmeer sank der Fronttermin um 0,5 % auf 226,00 USD/mt. Den Markt beschäftigten zwei Themen: Der Zuschlag für den gestrigen Weizentender nach Ägypten ging an Frankreich mit 180.000 mt sowie an Russland mit 60.000 mt. Die Exporteure Glencore und Hakan erzielten für französischen Weizen 251,80 USD/mt und Agro Ast für russische Ware 251,75 USD/mt Cost & Freight Ägypten. Danach legte französischer Weizen um 2 EUR/mt zu. Die zweite Nachricht betraf die Exportbeschränkungen am Schwarzmeer. Rumänien hat sein Exportverbot für Weizen in Drittländern zurückgezogen hat. Rumäniens Regierung hatte am Karfreitag einen Exportstopp erlassen, um die Preisentwicklung am heimischen Markt einzubremsen. Unter dem Druck der EU-Kommission und Exporteure wurde das Dekret aufgehoben. Die von Russland verhängten Exportquoten entsprechen den erwarteten Exportmengen, haben keine Marktwirkung. In der Schwarzmeerregion haben sich die Wetteraussichten im Vergleich zum Wochenbeginn durch Regenfälle gebessert..

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

193,00

2,00

Creil FOB

187,00

2,00

Hamburg DDP

200,00

1,00

Westfalen DDP

198,00

2,00

Rheinland DDP

196,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

2,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

2,00

Süd-Oldenburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

196,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

2,00

Quelle: Handel

Marktexperten rechnen mit fallenden Weizenpreisen 
Dagegen dürfte die EU-Weizenernte ohne Großbritannien um 4 Mio. mt kleiner ausfallen als im Vorjahr, so der Handel. Dabei rechnete Analyst Tallage jedoch mit einem Anstieg der EU-Weichweizenbestände um 1,2 auf 13,7 Mio. mt zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni. Dabei befürchtet Tallage sogar einen Minderverbrauch von 2 Mio. mt Weizen in diesem und von 2,7 Mio. mt im kommenden Wirtschaftsjahr. Grund ist sinkende Industrienachfrage im Zuge der Corona-Krise. Dabei konnten Hamsterkäufe beim Lebensmitteleinzelhandel die Verluste im Gastobereich keineswegs ausgleichen.  Dabei hatte Weizen in den letzten Wochen von hoher Nachfrage profitiert, haben Verbraucher große Mengen an Mehl und Getreideprodukten auf Vorrat gekauft. Nun zeichnet sich eine Trendwende ab. Viele Verbraucher bauen Vorräte wieder ab. Auch die Misere beim Fleischabsatz in Nordamerika, der im März um 30 % wegen der Covid19-Pandemie zurückgegangen war, wirkte negativ auf die Futtergetreidenachfrage. Daher rechnete das USDA im letzten WASDE-Report mit einer um 5 Mio. mt verringerten Weizennachfrage, was höhere Bestände bedeutet. Deshalb gehen Marktanalysten davon aus, dass die Weizenpreise unter Druck geraten. Bei uns ist Rede von bis 10 EUR/mt zur neuen Ernte.

 

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