Weizen: Mehr Lagerkapazität muss Logistik entlasten

23. März 2020 um 12:38 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte konnten international weiter zulegen, in den Chicago um über 4 %, in Paris um knapp 3 % und am Schwarzmeer um 1 %. In den USA wurde die Weizen- und Maiskäufe Chinas als Comeback gewertet. Sorge bereitet die Logistik, die wegen personeller Engpässe in den USA und besonders in Westeuropa an Grenzen gerät. Der Shutdown führt zu geringerer Personalverfügbarkeit. Freie Lagerkapazitäten stehen hoch im Kurs, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Logistik und Liefersicherheit sind weiterhin das beherrschende Thema in Deutschland und unseren Nachbarländern. Bei der Nachfrage der Mühlenindustrie hat es an der Vorderseite einen deutlichen Schub gegeben, der auf derzeit hohen Abverkauf von Kleinpackungen im Lebensmitteleinzelhandel zurückzuführen ist, sagte der Handel. Am letzten Wochenende fehlten erneut 1 kg-Mehlverpackungen nebst haltbaren Brotverpackungen, Toastbrot und Teigwaren, auch wenn der LEH versicherte, dass diese aufgefüllt würden. Der Aufruf, weniger Hamsterkäufe zu tätigen, kam für bestimmte Sortimente wie Toilettenpapier, Haushaltsreiniger, Drogerie-Erzeugnisse, Mehl- und Backwaren bei vielen Verbrauchern nicht an, hieß es. Der Lebensmitteleinzelhandel greift in der aktuellen Krisensituation daher auf Lagerkapazitäten anderer Firmen mit Non-Food-Sortiment zurück, die derzeit teils leer stehen, um über höhere Lagerkapazitäten Lieferverzögerungen und -ausfälle zu kompensieren. Dies bedeutet derzeit einen gestiegenen Bedarf an bestimmten Lebensmitteln wie auch Mehl und haltbaren Backwaren. Viele Mühlen müssen wegen mehr Mehl-Neugeschäft  Weizen nachdecken, was die Weizenpreise in Frankreich, Deutschland und Italien weiter hochzog. Heute Morgen legte Weizen in Frankreich erneut um 2 EUR/mt zu, auch an der Rheinschiene dürfte Weizen teurer werden, nachdem die Preise am letzten Freitag bereits um 3 bis 5 EUR/mt gestiegen waren.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

191,00

2,00

La Pallice FOB

191,00

2,00

Creil FOB

181,00

2,00

Hamburg DDP

195,00

0,00

Westfalen DDP

194,00

0,00

Rheinland DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

187,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

195,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

197,00

0,00

Westfalen DDP

194,00

0,00

Neuss DDP

190,00

0,00

Oberrhein FOB

185,00

0,00

Quelle: Handel

US-Handel wertet jüngste Importe als Comeback Chinas
International von Interesse war, dass in den USA der Kauf von 340.000 mt HRW-Weizen, allerdings erst für kommende Saison, von 756.000 mt US-Mais und 110.000 mt US-Sojabohnen, beim US-Handel als ein Comeback Chinas mit Erfüllung der Phase-1-Deals gewertet wurde. Dämpfend wirkte die Tatsache, dass sich in den USA der US-Senat nicht auf ein Rettungspaket zur Linderung der Pandemie-Folgen einigen konnte. Exportseitig gab die Türkei den Kauf von 200.000 mt Weizen bekannt. In Marokko bleiben die Importzölle für weitere 45 Tage ausgesetzt, um die Weizenversorgung im Land sicherzustellen. Die Getreideernte soll mit nur 4 Mio. mt das Vorjahresniveau von 5,2 Mio. mt um 24 % verfehlen. Die Ukraine exportierte letzte Woche nur 284.000 mt Weizen, dafür aber 835.000 mt Mais, wovon China zwei Schiffsladungen erwarb, was den Markt stützte. Der gefallene Eurokurs dürfte das Exporttempo für EU-Weizen zwar hochhalten, die Logistik die Mengen wegen der Covid19-Pandemie zunehmend begrenzen.

 

 

 

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