Weizen: Knappere Import-Ressourcen ab Mitte Mai
21. April 2020 um 12:31 ,
Der AUDITOR
Paris notierte Weizen am Vormittag mit 203,25 EUR/mt und Chicago mit 5,47 5,43 USD/Bushel um jeweils 0,7 % höher als gestern. Am Schwarzmeer legte der Fronttermin um 0,4 % auf 227,50 USD/mt zu. In den USA lag die Exportinspektion mit 469.922 mt leicht über der Vorwoche. Zentrale Themen blieben die Exportquotenpolitik Russlands und Exportbegrenzung in der Ukraine sowie Befürchtungen über die anhaltende Trockenheit in der Ukraine. Heute Morgen sprach der Handel davon, dass es für die letzten sechs Wochen des alten Wirtschaftsjahres keine Weizenexporte Russlands und der Ukraine geben würde. Moskau hatte mitgeteilt, die Weizenexporte bis 1. Juli auszusetzen, sobald die Exportquote für das 2. Quartal in Höhe von 7 Mio. mt ausgeschöpft wäre, was bereits Mitte Mai der Fall sein könnte. Kiew hatte ein Exportziel von 20,2 Mio. mt genannt, was bald erschöpft sein dürfte, exportierte die Ukraine bis 17. April 18,56 Mio. mt Weichweizen. Exportquoten und Exportbegrenzungen waren lange bekannt, dass die Mengen so schnell ausgeschöpft würden, überraschte den Handel. Nun senkte Russlands Analyst IKAR seine Weizenprognose dort um 2,3 auf 77,2 Mio. mt, wodurch das Plus zum Vorjahr um 5 % verkürzt würde. Die ukrainische Weizenernte soll laut Ukrainian Grain Association (UGA) von 28,3 Mio. mt auf 25,8 Mio. mt sinken, was ein Rückgang von knapp 9 % wäre.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
199,00 |
4,00 |
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Creil FOB |
194,00 |
5,00 |
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Hamburg DDP |
207,00 |
5,00 |
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Westfalen DDP |
202,00 |
4,00 |
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Rheinland DDP |
202,00 |
6,00 |
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Oberrhein FOB |
194,00 |
3,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
203,00 |
3,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
202,00 |
4,00 |
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Westfalen DDP |
200,00 |
4,00 |
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Oberrhein FOB |
192,00 |
2,00 |
Quelle: Handel
Über Weizenlieferungen aus dem Balkan nachdenken
In der EU wachsen die Befürchtungen über einen Produktionsrückgang wegen Trockenheit in Nord-Frankreich, in Deutschland, Polen und den Baltic-Staaten, während Spanien, Italien und die Balkan-Länder regenbedingt bessere Ernten einfahren dürften. Frankreichs Weizenanbaufläche ging um 7,5 % auf 4,6 Mio. ha zurück. Bei uns schätzte der Deutsche Raiffeisenverband die kommende Winterweizenernte auf 22,7 Mio. mt, was 2,1 % unter dem Vorjahr bliebe. Dies bedeutet, Weizenlieferungen aus dem Balkan könnten ein interessantes Thema werden, während Importe aus der Ukraine zuletzt viel zu teuer waren. Ob geringerer Importbedarf Spaniens die Preisforderungen des ukrainischen Handels drücken wird, bleibt abzuwarten. Welchen Einfluss die Covid19-Pandemie haben wird, ist kaum vorhersehbar. Pessimisten rechnen mit einer zweiten noch schlimmeren Infektionswelle, nachdem viele Länder die Beschränkungen im öffentlichen Leben aus wirtschaftlichen Zwängen zurücknehmen mussten.