Weizen: IGC geht von niedrigerer EU-Weizenernte aus

4. Mai 2020 um 11:42 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte tendierten in den USA und am Schwarzmeer schwächer, in Westeuropa an der Matif etwas fester, am französischen Kassamarkt dagegen deutlich schwächer. US-Präsident Donald Trump beschuldigte Chinas Regierung, für die Ausbreitung des Coronavirus verantwortlich zu sein, was Befürchtungen über eine Wiederaufnahme des Handelskrieges hochkochen ließ. Die EU-Weizenernte sieht der IGC deutlich niedriger als im Vorjahr. Bleibt abzuwarten, inwieweit höher erwartete Mai-Niederschläge befürchtete Ertragsausfälle kompensieren werden. Die Baltic-Länder starten jedenfalls mit niedrigeren Preisangeboten in die neue Kampagne.

In Chicago startete Weizen mit Kursverlusten in die neue Woche. Dabei notierte US-Weizen am Vormittag mit 5,16 USD/Bushel um 1,8 % schwächer als vor letztem Wochenende. In Paris legte der Fronttermin um 0,5 % auf 195,75 EUR/mt zu. Am Schwarzmeer gab dieser um 5,8 % auf 215 USD/mt nach. Dabei setzten sorgten bessere Wetterbedingungen im Mittleren Westen für Preisdruck. Auch geriet der Exportmarkt unter Druck, beschuldigte US-Präsident Donald Trump Chinas Regierung, für die Ausbreitung des Coronavirus verantwortlich zu sein, was Befürchtungen über eine Wiederaufnahme des Handelskrieges hochkochen ließ. In Westeuropa stand Weizen zumindest am Kassamarkt unter Druck. Die Regenfälle im Verlauf der letzten Woche haben den Trockenstress bei Weizen von Frankreich bis nach Litauen gelindert, sollen sich weitere Niederschläge auf Polen, die Baltic-Länder und die Schwarzmeerregion erstecken, was die Wetterprämien teils abschmolz. Laut DWD bleibt Westeuropa und der Schwarzmeerraum in den nächsten zwei Wochen unter westlicher bis nordwestlicher, ab Mitte nächster Woche unter nördlicher Strömung mit wechselhaftem und kühlerem Wetter. Jedoch bleiben das südöstliche Drittel der Ukraine und der benachbarte russische Kuban so trocken wie nie zuvor.

 Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

181,00

-8,00

Creil FOB

175,00

-8,00

Hamburg DDP

203,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

IGC-Prognose für Westeuropa eher bullish
Die umfangreichen Niederschläge in Europa drückten auf die Stimmung. In den Baltic-Ländern wären die Kassaprämien zur neuen Ernte bereits abgeschmolzen, hieß es beim Handel. Dabei wären Minusprämien von 4 bis 5 EUR/mt für Weizen zur neuen Ernte im Gespräch, also Fob-Preise deutlicher unter 180 EUR/mt. Dabei rechnet der Handel aber damit, dass wegen Exportquoten und -beschränkungen am Schwarzmeer der Weizenexport zur neuen Saison eher zögerlich starten dürfte. Im Fokus stand auch die neue Prognose des Internationale Getreiderat (IGC). Dabei haben die Experten ihre Schätzung zur Welt-Weizenerzeugung 2020/21 wegen Trockenheit am Schwarzmeer um 4 auf 764 Mio. mt revidiert. Auch der Verbrauch soll pandemiebedingt um 5 auf 755 Mio. mt sinken. Dadurch bauen sich die Welt-Weizenvorräte um 6 auf 289 Mio. mt auf. Die EU-27 soll 131,7 Mio. mt Weizen ernten, Russland 79 Mio. mt und die Ukraine trockenheitsbedingt 26,5 Mio. mt. Dies würde danach eine 23,4 Mio. mt kleinere Weizenernte in der EU, um 5,4 Mio. t höhere in Russland bedeuten.

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