Weizen: HDE-Konsum-Barometer zeigt Aufwärtstrend

3. Juni 2020 um 11:47 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte gaben international erneut nach, was in den USA auf den Beginn der Weizenernte und schwacher Konsumstimmung nach dem Lockdown zurückzuführen ist. In der Ukraine zeichnen sich für Weizen nach dem Regen etwas bessere Ernteerwartungen ab. In Nordwesteuropa dürfte die Getreideernte wegen eher zu trockener Witterung um 10 bis 12 Tage früher starten. Das HDE-Konsum-Barometer zeigt nur leichten Aufwärtstrend in Deutschland.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 507 USD/Bushel um 1,8 % schwächer als gestern. In Paris sank Weizen beim Fronttermin um 0,7 % auf 184,25 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,2 % auf 202,75 EUR/mt. In den USA hat der Beginn der Weizenernte mit trockenwarmem Erntewetter den Kurs unter Druck gesetzt, waren US-weit 3 % der Fläche geerntet, in Texas 32 % und in Arkansas 14 %. Die wöchentliche Exportkontrolle lag mit 499.000 mt im oberen Mittelfeld der Erwartungen. Im Fokus standen zwei Weizenexportangebote. Ägypten kaufte 120.000 mt ukrainischen Weizen zum Preis von 210 USD/mt Fob zur Lieferung zwischen 10. bis 25. Juli. Russische Angebote sollen bei 213 bis 221 USD/mt und französische bei 215,69 USD/mt gelegen haben. Jordanien gab die Weizenausschreibung von 120.000 mt bekannt. Dabei ist die Exportnachfrage zuletzt zurückgegangen. Der Wettermarkt in Westeuropa und am Schwarzmeer geriet unter Druck, wurden weitere Niederschläge in Teilen Nordwesteuropas und in der Ukraine und Russland vorhergesagt. Bemerkenswert ist, dass Ukrainische Getreide-Assoziation (UGA) die Weizenernte im Land um 1,3 auf 26,8 Mio. mt angehoben hat, was nach Vorjahresrekord von 28,2 Mio. mt immer noch das jemals zweitgrößte Ergebnis darstellen dürfte. Danach könnten 18,0 Mio. mt Weizen gegenüber 20,5 Mio. mt im Vorjahr exportiert werden. 

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

185,00

-2,00

Creil FOB

174,00

-2,00

Hamburg DDP

200,00

-2,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Gut 10 bis 12 Tage früherer Erntestart zu erwarten
Für Preisauftrieb sorgt allerdings der Futtermittelsektor in Nordwesteuropa, bringt die Grünlandernte wegen Trockenheit nicht ausreichende Futterkonserven, die über Zukäufe von Futterweizen und Mais ergänzt werden müssen. Dadurch zog Futterweizen in Süd-Holland, Süd-Oldenburg und in Westfalen spürbar an. Wegen der eher zu trockenen Witterung dürfte auch die Getreideernte in Frankreich und Deutschland 10 bis 12 Tage früher starten. Insofern wird nur noch Spitzenbedarf bis dahin abgedeckt, hieß es. Mühlen und Backindustrie sind mit neuen Kontrakten ohnehin zurückhaltend, müssen neue Ernte und Absatzlage nach dem Lockdown eingepreist werden. Durch Lockerungen beim Lockdown und bevorstehende Urlaubssaison zeigt der Gastrobereich leichte Erholungstendenzen. Das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt nach „historischen“ Tiefstand im Mai nur leichten Aufwärtstrend für Juni. Von guter Konsumlaune sind Deutschlands Verbraucher noch weit entfernt, sie bauen wegen ungewisser Aussichten Finanzpolster auf, sagte der Handelsverbands Deutschland (HDE).

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