Weizen: Hamsterkäufe weltweit nicht zu stoppen!

26. März 2020 um 12:15 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte drehen in Folge der schweren Covid19-Pandemie immer weiter nach oben. Die Hamsterkäufe dehnen sich weltweit aus, zuletzt wurden die USA von massenhaften Einkäufen in den Supermärkten betroffen. Dies führt weltweit zu steigenden Weizen- und Mehlpreisen. Logistik und Speditionen stehen permanent unter Druck, um leergefegte Regale des Lebensmitteleinzelhandels wieder zu füllen. Billionenschwere Konjunkturprogramme führen zu massiver Staatsverschuldung in den USA.

Der Weizenmarkt startete mit festen Vorgaben in den Handelstag, stiegen die Frontkurse in Chicago um 2 % und in Paris um 1,5 %. In Frankreich legte Weizen am Kassamarkt um 3 EUR/mt am Morgen zu, was auch an der Rheinschiene und anderswo zu Preiserhöhungen führen dürfte. Ohnehin hat B-Weizen mit 12 % Protein bereits ein Niveau von 200 EUR/mt DDP Hamburg erreicht. Dabei war das Angebot aus der Landwirtschaft im Süden höher als in den letzten Wochen, aber die Nachfrage war hoch, müssen viele Mühlen noch Spitzenbedarf nachdecken. Hamsterkäufe der Verbraucher und Mehlkäufe der Backwarenindustrie sorgten für Nachfrage. Mühlen berichten über zwei bis dreifach so hohe Mengenabnahmen bei Typen- und Spezialmehlen. Dabei ging die Branche von etwa eineinhalbfach gestiegenen Mehlabnahmen in den letzten vierzehn Tagen aus. Hinzu kommt, dass Backwarenerzeugnisse aus Spanien, Italien und Übersee offenbar nicht mehr im gewohnten Umfang eintreffen. Verbraucher besuchen wegen der Covid19-Ansteckungsgefahr seltener die Supermärkte, bevorraten sich dann über ungewöhnlich hohe Einkäufe, was die Regale immer wieder leerfegte. Während viele Geschäfte in Deutschland geschlossen haben, kämpft der Lebensmitteleinzelhandel mit einem außergewöhnlichen Kundenansturm

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

194,00

3,00

La Pallice FOB

194,00

3,00

Creil FOB

187,00

1,00

Hamburg DDP

200,00

2,00

Westfalen DDP

196,00

1,00

Rheinland DDP

195,00

1,00

Oberrhein FOB

190,00

3,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

198,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

196,00

0,00

Westfalen DDP

196,00

0,00

Neuss DDP

192,00

0,00

Oberrhein FOB

187,00

0,00

Quelle: Handel

Covid19-Pandemie breitet sich stark aus
Frankreichs Handel meldete heute den Kauf von 240.000 mt Weichweizen nach Algerien, weitere Nachfrage nach Marokko hält den Exportmarkt stabil, auch wenn der Eurokurs um 1 Cent auf zuletzt 1,095 USD/EUR zulegte. Höhere Niederschlagsdefizite in den ohnehin durch Trockenheit geplagten Maghreb-Ländern lässt den Importbedarf dorthin steigen. Die US-Dollarschwäche führen Analysten auf das 2 Billionen US-Dollar schwere Konjunkturpaket in den USA zurück, welches für einen massiven Anstieg der US-Staatsverschuldung spricht. In den USA hat die Covid19-Pandemie zu ähnlichen Hamsterkäufen wie in Westeuropa geführt, die Inlandsnachfrage der US-amerikanischen Backwarenindustrie nach Mehl ist in den letzten Tagen enorm gewachsen, hieß es aus US-Brokerkreisen. In den USA ist die Zahl der Covid19-Infizierten laut Erhebung der Johns Hopkins University inzwischen auf 69.197 Patienten angestiegen. Auch in Deutschland wuchs die Zahl auf 39.355, im Vergleich zu leicht über 20.000 Patienten am letzten Wochenende.

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