Weizen: Frankreichs Handel warnt vor zweiter Infektionswelle

12. Mai 2020 um 12:10 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte legen langsam den Schalter zur neuen Kampagne um. Geringe Weizenernten in den USA, Westeuropas und der Ukraine dürften sich im WASDE-Report heute Abend niederschlagen. Der Weizentender nach Algerien hat wegen geringer Kontraktgröße weniger Einfluss auf den Markt und läuft heute Abend aus. Frankreichs Handel warnt vor möglichen Folgen einer zweiten Covid19-Infektionswelle. Hintergrund sind beunruhigende Nachrichten aus China, Südkorea und Deutschland, wo die Zahl der Covid19-Infektionen wieder aufloderte. Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Trockenheit in großen Teilen Europas gelindert, mehr aber nicht.

Die Weizenmärkte zeigten vor dem WASDE-Report wenig Bewegung. Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit knapp 5,25 USD/Bushel leicht fester als gestern, in Paris um 0,2 % schwächer bei 188,00 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,2 % niedriger bei 201,75 USD/mt. Dabei enttäuschte in den USA jedoch das Ergebnis der Wocheninspektion mit 340.210 mt Weizen den Handel. Das Crop-Rating für US-Weizen sank nach Frosteinbrüchen am Wochenende um 2 Prozentpunkte auf 53 % gut bis exzellenter Pflanzenbestände. Die Sommerweizenaussaat lag mit 42 % Fortgang um 21 Prozentpunkte unter dem Mittel. Mit Blick auf den WASDE-Report, der im Mai traditionell erste Schätzungen zur neuen Ernte liefert, rechnet der Handel mit deutlich schwächeren Weizenernten in den USA, der EU und der Ukraine als im Vorjahr. Die Weizenernte Russlands wird kleiner ausfallen als bisher angenommen, aber über dem Vorjahresniveau liegen, meinte US-Broker Tom Fritz von International Futures Group. Im Fokus stand auch, dass US-Präsident Donald Trump mitteilte, dass er nicht bereit wäre, das Phase-1-Abkommen mit China nur im kleinsten Details nachzubessern, wie dies chinesische Delegation zuletzt wieder gefordert hatten.  

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

184,00

0,00

Creil FOB

178,00

0,00

Hamburg DDP

204,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Rheinland DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

191,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

199,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Regen hat die Trockenheit gelindert
In Paris blieben die Preise bei geringem Handelsvolumen nahezu stehen, hieß es. Im Vordergrund stand ein Weizentender nach Algerien, jedoch nur über 50.000 mt Weichweizen, für den heute die Ausschreibungsfrist ausläuft. Frankreichs Handel äußerte Bedenken hinsichtlich beunruhigender Nachrichten aus China, Südkorea und Deutschland, wo die Zahl der Covid19-Infektionen wieder aufloderte. Die unmittelbare Gefahr einer zweiten Infektionswelle wegen zu schneller Aufhebung des Lockdowns wird befürchtet, was dem gerade zaghaft anlaufendem Wirtschaftsbetrieb ein schnelles Ende setzen könnte. Back- und Mühlenindustrie hielten sich mit Neugeschäft zurück, weil der Mehrverbrauch über den Gastrobereich soweit noch fehlt, keiner so richtig an eine schnelle Erholung der Branche glaubt, weil das Ansteckungsrisiko trotz Vorkehrungen unverändert bestehen bleibt. Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Trockenheit in großen Teilen Europas gelindert, niedrigere Erträge höchstens stabilisiert, hieß es aus Frankreich.

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