Weizen: In Frankreich steigt der Preis
22. Mai 2020 um 13:02 ,
Der AUDITOR
Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 5,10 USD/Bushel um 2 % fester als vor dem Feiertag Christi Himmelfahrt. In Paris legte Weizen beim Fronttermin um 1,8 % auf 188,25 EUR/mt zu. Am Schwarzmeer stieg Weizen um 1,7 % auf 204,50 USD/mt. Zuletzt war der Kurstrend wieder rückläufig. Einerseits blicken die Händler sorgenvoll auf die Weizenbestände in Westeuropa, wo der Mai bisher nicht genügend Niederschlag brachte, aber ergiebigere Regenfälle am Wochenende erwartet werden. Andererseits wurden nun auch in Russland die Erntemengen zurückgenommen. Während SovEcon noch von 81,2 Mio. mt ausging, reduzierte der Analyst IKAR seine Prognose um 600.000 mt auf 76,2 Mio. mt. Die große Spanne beider Schätzungen ist grandios. Die Regierung in Moskau erwartet eine Getreideernte von 120 Mio. mt nach 125,3 Mio. mt im Vorjahr. In Russland stiegen die Lebensmittelpreise besonders für Mehl und Brot stark an. Derzeit verschärft die Corona-Krise dort die Situation, sodass die Regierung mit Einschränkung der Exporte die Notbremse gezogen hat. In der Ukraine soll laut sich UkrAgroConsult die kommende Weizenproduktion auf nur noch 25,9 Mio. mt belaufen. Das wäre ein Minus von über 2 Mio. t zur USDA-Schätzung.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
191,00 |
4,00 |
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Creil FOB |
178,00 |
4,00 |
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Hamburg DDP |
202,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
1,00 |
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Rheinland DDP |
198,00 |
1,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
200,00 |
1,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
201,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Weizen-Angebot dürfte in Westeuropa zurückgehen
Am französischen Kassamarkt legte Weizen am Morgen um 4 EUR/mt zu. Der EU-Prognosedienst MARS ermittelte mit 5,72 mt/Hektar einen Ertragsrückgang um 4,7 % zum Vorjahr. Analyst Tallage hatte wegen Trockenheit in Teilen Europas seine Prognose für die EU-Weichweizenernte auf 132,9 Mio. mt zurückgenommen. Das wäre 13,6 Mio. mt niedriger als im Vorjahr. Frankreich und Großbritannien werden jeweils 5 Mio. mt, Dänemark gut 800.000 mt, Schweden 500.000 mt und Deutschland 700.000 mt Weizen weniger ernten. Vor allem die niedrigere Weizenernte Frankreichs dürfte den Preisrückgang am Rhein zur neuen Ernte abbremsen. Bleibt es trocken, sind höhere Prämien nicht auszuschließen. Nun bleibt es abzuwarten, ob sich die Stimmung wieder eintrübt, wenn die vorhergesagten Niederschläge in der Schwarzmeerregion, in Frankreich und Großbritannien eintreffen. Die Vorgaben aus den USA blieben schwach. Der wöchentliche US-Weizenexport lag mit 178.800 mt um 14 % unter der Vorwoche und um 39 % niedriger als im vierwöchigen Mittel. Am Exportmarkt fehlte zuletzt die Nachfrage.